Audeze Maxwell im Test: Großer Klang, schweres Gepäck

Audeze Maxwell der ersten Generation mit Kopfband und angestecktem Mikrofon in Dreiviertelansicht
Audeze Maxwell der ersten Generation. Produktfoto: Audeze.

Ein Gaming-Headset, bei dem ich auch nach der letzten Runde einfach weiter Musik hören möchte: Das Audeze Maxwell trifft diesen Nerv ziemlich genau. Sein Klang gehört für mich zu den besten, die ich bisher bei einem Headset gehört habe. Dazu kommen eine starke Akkulaufzeit und reichlich Anschlussmöglichkeiten.

Allerdings trägt es seinen Anspruch auch ziemlich deutlich auf dem Kopf. Das Maxwell ist schwer, seine Bedienung braucht Eingewöhnung, und das Mikrofon hält mit der hervorragenden Wiedergabe nicht ganz Schritt. Ein faszinierendes Gesamtpaket also – aber eines, bei dem ihr wissen solltet, worauf ihr euch einlasst.

Der Klang ist der Grund, warum man bleibt

Das Maxwell klingt für mich angenehm ausgewogen, fast schon nüchtern – allerdings auf eine sehr gute Art. Es versucht nicht, mit einem übertriebenen Bassbuckel sofort Eindruck zu schinden. Stattdessen bildet es den Frequenzbereich wunderbar detailliert ab und lässt kleinen Geräuschen ihren Platz.

Wenn es im Spiel kracht, kann der Bass trotzdem ordentlich drücken. Er bleibt dabei ausgesprochen präzise. Die Höhen wirken eher sanft als scharf und überzeichnen den Klang nicht. Mir gefällt die grundsätzliche Abstimmung sogar etwas besser als die des deutlich teureren Audeze LCD-GX.

Bei der räumlichen Darstellung hat ein offener Hörer wie der LCD-GX weiterhin Vorteile. Für ein geschlossenes Headset bietet das Maxwell aber eine ausgezeichnete Bühne. Gegner konnte ich so präzise orten, wie ich es von einem guten Gaming-Headset erwarte. Für mich funktioniert diese Abstimmung sowohl beim Spielen als auch beim Musikhören ausgesprochen gut.

Im Inneren arbeiten 90-mm-Planar-Magnet-Treiber, also magnetostatische Treiber.

Viel Metall, wenig Show – und reichlich Gewicht

Schon beim Anfassen vermittelt das Maxwell einen stabilen, wertigen Eindruck. Der Aufbau setzt auf Metall und wirkt im Vergleich zu den früheren Gaming-Headsets aus eigenem Hause deutlich erwachsener. An den Muscheln kommt auch Kunststoff zum Einsatz, der bei meinem Exemplar leider recht schnell Fingerabdrücke zeigt.

Optisch bleibt das Headset trotz seiner wuchtigen Form angenehm zurückhaltend. Mit abgenommenem Mikrofon passt es für mich genauso gut ins Büro wie an den Gaming-PC. Praktisch beim Verstauen: Die Muscheln lassen sich um 90 Grad drehen.

Die mitgelieferten Kabel hinterlassen dagegen einen weniger überzeugenden Eindruck. Bei meinem Testgerät lagen neben Dongle, abnehmbarem Mikrofon und USB-Zubehör auch ein recht kurzes TRRS-Klinkenkabel bei. Gerade in der damaligen Preisklasse von rund 350 bis 400 Euro hätte ich mir beim Kabelzubehör mehr Wertigkeit gewünscht. Prüft bei heutigen Angeboten den konkret ausgewiesenen Lieferumfang.

490 Gramm können bequem sein – wenn das Kopfband passt

Mit rund 490 Gramm ist das Maxwell eindeutig kein Leichtgewicht. Auf meinem Kopf sitzt es dennoch überraschend angenehm. Das separate Kopfband verteilt den Druck, die weichen Kunstlederpolster liegen sanft an, und auch als Brillenträger konnte ich es längere Zeit ohne unangenehmen Druck nutzen. Warm wird es darunter allerdings spürbar.

Die Größenanpassung ist weniger elegant gelöst. Das Kopfband wird auf jeder Seite über drei Lochpositionen eingestellt. Bei mir passte die mittlere Einstellung recht gut. Liegt euer Kopf zwischen zwei Positionen, fehlt euch jedoch die feine Abstufung eines klassischen Schiebemechanismus.

Das ist ein Punkt, den ich vor einem Kauf ernst nehmen würde: Ein für mich bequemes Headset muss bei einem anderen Kopf nicht genauso gut sitzen. Die abnehmbaren Ohrpolster lassen sich immerhin unkompliziert reinigen oder ersetzen.

Xbox oder PlayStation? Die Variante ist entscheidend

Das ursprüngliche Maxwell gibt es in einer Xbox- und einer PlayStation-Ausführung. Beide lassen sich auch am PC nutzen. Für die jeweilige Konsole solltet ihr gezielt die passende Version wählen. Ein beliebiger Tausch des Dongles macht aus der PlayStation-Ausführung keine Xbox-Version: Headset und Empfänger müssen zusammenpassen.

Die Xbox-Version bringt eine Lizenz für Dolby Atmos for Headphones mit, die über Dolby Access an kompatiblen Xbox- und Windows-Systemen genutzt wird. Der PlayStation-Version fehlt diese enthaltene Lizenz; an der PS5 nutzt sie Sonys Tempest 3D Audio. Das bedeutet aber nicht, dass am PC grundsätzlich keine räumliche Audiowiedergabe möglich wäre.

Dolby Atmos gehört für mich zu den überzeugenderen Surround-Lösungen, gerade wenn es um das Eintauchen in eine Spielwelt geht. Ob euch die Bearbeitung besser gefällt als die reine Stereowiedergabe, bleibt trotzdem Geschmackssache.

Fast jeder Anschluss passt – aber nicht jeder Mix

Die Verbindungsvielfalt ist eine der großen Stärken des Maxwell: latenzarme Funkverbindung per USB-Dongle, digitales Audio über USB-C, Bluetooth und ein 3,5-mm-Eingang. USB-C ist also mehr als eine Ladebuchse. Auch bei der Klinkenverbindung bleibt das Maxwell ein aktives Headset, das eingeschaltet sein muss.

Bluetooth 5.3 und die Unterstützung verschiedener Codecs machen es auch abseits des Gaming-PCs interessant. Welche Übertragungsart tatsächlich zur Verfügung steht, hängt allerdings ebenso von eurem Zuspieler ab. Ein unterstützter Codec im Headset allein garantiert noch keine bestimmte Verbindung.

Wichtig für alle, die Spiel und Smartphone gleichzeitig hören möchten: Dongle-Audio und Bluetooth werden beim Maxwell nicht parallel zusammengemischt. Ein eingehender Anruf kann die Spielwiedergabe unterbrechen. Gleichzeitige Wiedergabe ist dagegen mit Bluetooth plus USB-Kabel oder Bluetooth plus AUX möglich. Dabei kann die Bluetooth-Verbindung den Mikrofonweg übernehmen.

Auch beim Wechsel zwischen Dongle und USB-Kabel lohnt es sich, diese Prioritäten zu kennen. Wer gezielt USB-Audio verwenden möchte, sollte den Dongle abziehen. Das ist im Alltag etwas umständlicher, als die lange Liste der Anschlüsse zunächst vermuten lässt.

Zwei Rädchen, viele Aufgaben: Hier hilft etwas Übung

Die wesentlichen Bedienelemente sitzen an der linken Ohrmuschel. Dort findet ihr unter anderem den Einschaltknopf, den Mikrofon-Stummschalter, die Anschlüsse und zwei Drehräder. Eines regelt die Lautstärke, das andere den Game/Chat-Mix in unterstützten Konfigurationen.

Damit ist es aber nicht getan. Über zusätzliche Tastendrücke erreicht ihr unter anderem Sidetone, Mediensteuerung und die Equalizer-Auswahl. Sidetone lässt euch die eigene Stimme im Kopfhörer hören, was bei einem geschlossenen Headset angenehm sein kann.

Der Funktionsumfang ist groß, die Bedienung für meinen Geschmack aber etwas überladen. Vieles lässt sich direkt am Headset erledigen – man muss sich nur merken, welche Kombination gerade welche Funktion aufruft.

Der Equalizer funktioniert inzwischen auch am Rechner

Die Klangabstimmung lässt sich über Audeze HQ anpassen. Neben den fertigen Presets stehen vier eigene Speicherplätze zur Verfügung. Anders als noch im ursprünglichen Test lässt sich der EQ inzwischen auch unter Windows und macOS bearbeiten.

Unter den Vorgaben hat mir „Immersive“ besonders gut gefallen. Die Abstimmung hebt Bass und Höhen etwas an und verleiht dem Klang mehr Nachdruck, ohne ihn für meinen Geschmack zu stark zu verbiegen. Wer es anders mag, kann sich seine eigene Variante speichern. Schon die Grundeinstellung ist für mich aber eine ausgezeichnete Basis.

Der Akku macht lange mit

Im ursprünglichen Einsatz kam ich auf ungefähr 70 bis 80 Stunden Laufzeit. Das ist für ein drahtloses Headset hervorragend und nimmt dem Ladekabel viel von seinem Schrecken. Audeze nennt mehr als 80 Stunden unter definierten Bedingungen; Lautstärke und Nutzung beeinflussen das Ergebnis.

Auch kurzes Nachladen hilft weiter. Laut Hersteller sind mit einem geeigneten Ladegerät nach 20 Minuten wieder etwa 20 bis 30 Stunden Nutzung möglich. Diese Schnellladeangabe ist ein Herstellerwert und keine zusätzliche Messung meines Tests.

Guter Kopfhörer, ordentliches Mikrofon – da bleibt ein Abstand

Beim Mikrofon muss das Maxwell sich an seiner eigenen starken Wiedergabe messen lassen. Das abnehmbare Mikrofon klingt angenehm voll und deutlich weniger dünn als viele andere Wireless-Headsetmikrofone. Bei den Höhen und besonders bei S-Lauten wirkt die Stimme für mich aber etwas verwaschen.

Für Gaming-Chats und Videokonferenzen ist das absolut brauchbar. Angesichts des Preises hätte ich mir trotzdem noch etwas mehr Klarheit gewünscht. Wer vor allem wegen des Klangs zum Maxwell greift, sollte nicht automatisch dieselbe Begeisterung bei der Aufnahmequalität erwarten.

Ohne angesteckten Mikrofonarm übernimmt die integrierte Mikrofonlösung. Sie reicht für verständliche Sprache, lässt meine Stimme aber weiter entfernt klingen und reagiert empfindlich auf Berührungen am Headset. Für einen spontanen Anruf praktisch, für längere Gespräche würde ich den Mikrofonarm verwenden.

Die zweistufige Geräuschunterdrückung kann Tastaturgeräusche recht wirkungsvoll reduzieren. Schon die niedrigere Stufe erledigte bei mir meist das Nötige, ohne die Stimme zu stark zu verändern. Die höhere Stufe greift hörbarer ein und war in meinem Einsatz selten nötig. Gemeint ist hier die Filterung der Mikrofonaufnahme, nicht aktives Noise Cancelling für eure Ohren.

Mein Fazit: Der Sound begeistert, der Alltag fordert Kompromisse

Das Maxwell ist für mich weit mehr als ein Gaming-Headset mit einer langen Featureliste. Es ist ein sehr guter Kopfhörer, mit dem ich ebenso gern Musik höre, und bietet dabei flexible Verbindungen sowie einen ausdauernden Akku. Die ausgewogene, präzise Wiedergabe ist das Argument, das für mich am stärksten wiegt.

Die Kompromisse sollte man trotzdem kennen: hohes Gewicht, warme Polster, eine grobe Kopfbandverstellung und Bedienelemente, die Eingewöhnung verlangen. Auch das Mikrofon bleibt hinter der Klangqualität der Hörer zurück.

Wer vor allem sehr guten Sound sucht und mit diesen Eigenheiten leben kann, findet im ursprünglichen Maxwell ein beeindruckendes Headset. Bei heutigen Angeboten würde ich besonders auf den Preis, den Zustand, die richtige Konsolenversion und die Modellgeneration achten. Audeze führt das Modell inzwischen als Auslaufprodukt; ein alter Premiumpreis ist deshalb für sich genommen kein überzeugendes Kaufargument mehr.

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Audeze Maxwell Wireless Gaming Headset für PlayStation¹
  • DURCH DEN WETTBEWERB GESCHMIEDET: Hören Sie Ihre Gegner kommen, bevor sie Sie finden, für einen Vorteil in jedem Spiel. Führende Profi-Gamer vertrauen auf AUDEZE Headsets für ihre blitzschnelle Reaktion und ihren detaillierten Sound. Verpassen Sie nie wieder die Anrufe eines Teamkollegen mit schnell einstellbarem Game-Chat-Mix auf PC, Mac und Konsolen
  • HALTBARKEIT UND KOMFORT: Maxwell ist auf einem hochwertigen Chassis gebaut, einschließlich Aluminiumjochen und einem Federstahl-Kopfband für Langlebigkeit. Spielen Sie den ganzen Tag und die ganze Nacht mit den konturierten Deluxe-Ohrpolstern und dem austauschbaren Aufhängegurt. Schließen Sie die Welt um Sie herum mit der klassenführenden passiven Rauschunterdrückung durch die verstärkten Doppelkammer-Ohrmuscheln aus
  • Kabellos mit extrem niedriger Latenz: Spielen Sie selbstbewusst mit zuverlässiger Stabilität und 3-facher Reichweite im Vergleich zu standardmäßigen 2,4 GHz Wireless, damit Sie mit der Action auf dem Bildschirm synchron bleiben. Genießen Sie hochauflösende Audioqualität mit der neuesten Wireless-Technologie, kompatibel mit LC3plus, LE Audio und LDAC. Wechseln Sie nahtlos zwischen mehreren Geräten mit Bluetooth Multipoint
  • A.I. Geräuschfilternde Mikrofone: Erhalten Sie kristallklare Kommunikation mit der Filter-Rauschunterdrückungstechnologie von Audeze. Verwendung einer dedizierten A.I. Prozessor, Hintergrundgeräusche werden sofort und automatisch auf jeder Plattform entfernt. Stimmen Sie Ihr Mikrofon mit dem exklusiven 5-Band-Equalizer genau richtig ein. Das abnehmbare Galgenmikrofon und das integrierte Beamforming-Array sorgen dafür, dass Ihre Stimme immer gehört wird
  • Individualisieren Sie sich an alle Ihre Favoriten: Holen Sie sich Klang, der sich an Sie anpasst, über Titel und Genres hinweg von Maxwells benutzerdefinierbarem Multiband-EQ-System. Verbessern Sie spezifische Sound-Queues mit Voreinstellungen für Schritte, Ballistik, Rennen und RPGs. Mit der Möglichkeit, bis zu 4 benutzerdefinierte EQ-Profile zu speichern, können Sie Community-Einstellungen ausprobieren oder Ihre eigenen in der AUDEZE HQ-Gaming-App erstellen

Was zählt für euch bei einem Wireless-Headset mehr: möglichst wenig Gewicht oder der bestmögliche Klang?

Produktfoto: Audeze, Hersteller-Produktseite zum Maxwell.

Letzte Aktualisierung am 7.09.2026 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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