Mackie EM-Carbon im Test – Ein vielseitiges USB-Mikrofon mit 5 Richtcharakteristiken!

Mackies USB-Mikrofon-Offensive geht weiter. In diesem Video schauen wir uns das brandneue Mackie EM-Carbon¹ an. Ein schickes USB-Mikrofon für einen stolzen Preis von rund 170 Euro. Was es euch dafür bieten möchte, das erfahrt ihr wie immer hier.

Das Video wird von Youtube eingebettet abespielt.

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Lieferumfang und Verarbeitung

Das Mackie EM-Carbon kommt fertig montiert mit einem kleinen Tischstativ aus Metall, einem 1,8 m langen USB-Kabel und einem Reduziergewinde daher. Eine Spinne für die gedämpfte Montage an einen Mikrofonarm oder andere Halterungen fehlt leider. Das Mikrofon macht von Beginn an, gerade im Vergleich mit anderen USB-Mikros einen sehr wuchtigen aber auch wertigen Eindruck. Dabei ist es entgegen seinem Namen wie üblich komplett aus Metall gefertigt. Gleiches gilt für das Tischstativ. Auch dieses macht einen sehr massiven Eindruck und sorgt mit seiner gummierten Unterseite für einen rutschfesten Stand, überträgt aber leider auch hervorragend Vibrationen auf das Mikrofon.

Features und Besonderheiten

Das Carbon hat einiges zu bieten und richtet sich damit an alle, die ein sehr flexibles Mikro suchen. Recht erfreulich ist dabei schon zu beginn, dass hier auf einen aktuellen USB-C-Anschluss an der Unterseite gesetzt wurde. Daneben finden wir ein 5/8 Zoll Gewinde fest im Gehäuse, um das Mikrofon an gängigen Stativen zu montieren, so wie einen Kopfhörerausgang.

für eben jenen Ausgang. gibt es An der Vorderseite gibt es einen analogen Lautstärkeregler. Direkt darüber einen Mute-Schalter, um das Mikrofon stummzuschalten. Eine Status-LED dezent versteckt im Mikrofonkorb. Diese leuchtet im Betrieb grün und wechselt auf rot sobald ihr stummgeschaltet seind.

Auf der Rückseite befinden sich die übrigen Regler. Der untere ist für die Richtcharakterstiken zuständig. Davon bietet das Carbon gleich 5. Niere, Acht, Kugel, Stereoaufnahme und als ungewöhnlicheres Extra eine Hyperniere. Ob es damit gegenüber den sonst üblichen 4 Richtcharakteristiken, wie man sie beispielsweise bei den Blue Yetis findet, einen Vorteil hat, dazu kommen wir gleich.

Über dem Umschalter gibt es noch den Gainregler für den Mikrofonpegel. Dieser ist dabei allerdings etwas eigenwillig umgesetzt. Effektiv könnt ihr hiermit den Gain in einem bestimmten Bereich kontrollieren. Die Minimale-Einstellung ist also nicht gleich stumm und die maximale nicht die tatsächliche Obergrenze des Mikros. Statt dessen muss für die Gainbereiche darüber und darunter die Pegelsteuerung unter Windows bemüht werden. Das ist sehr misslich. Was mir ansonsten persönlich fehlt ist ein Hardware-Regler, um das Mischverhältnis von PC-Sound und Mikrofonsound für den Kopfhörerausgang abzumischen. Das ist etwas schade. findet sich aber ebenfalls ansonsten in den Windows Soundeinstellungen.

Abgesehen davon gibt es oben nur noch den Mikrofonkorb hinter dem sich das Mikrofonarray geschützt durch eine dünne Schaumstoffschicht als leichten Popschutz befindet. Und auch wenn es durch die Flache Oberseite anders anmuten mag, dieses Mikrofon wird wie üblich von vorne bzw. den Seiten je nach Richtcharakteristik besprochen. Nicht von oben.

Was ebenfalls schade ist: Zwar hat man hier preislich ein Premium-Mikrofon vor sich, Abtastrate und Bittiefe sind aber leider auf 48 kHz bei maximal 16 bit beschränkt. Für die meisten Fälle zwar nicht relevant, aber entsprechende Reserven kann man bei diesem Preisbereich durchaus erwarten.

Praxis

In der Praxis klingt das Mikrofon hervorragend. Der Klang mit der Nierenrichtcharakteristik ist rund mit leichtem aber merklichem Höhenboost, der gerade bei Sprachaufnahmen für angenehme Klarheit in der Stimme sorgt. Aber auch bei den anderen Richtcharakteristiken macht es eine mehr als solide Figur. Einzige Auffälligkeit hier ist, dass der Klang der Superniere im Vergleich zur normalen Niere etwas weniger präsent wirkt. Abgesehen davon ist gerade diese zusätzliche Charakteristik ein angenehmes Alleinstellungsmerkmal gegen vergleichbare Mikros, wirkt der Klang doch merklich gerichteter.

Beispielaufnahmen mit allen Varianten könnt ihr im verlinkten Video hören.

Fazit

Kommen wir damit zum Fazit. Mackie hat mit dem EM-Carbon ein anständiges Premium-Mikrofon auf den Markt gebracht, das zwar mit seinen Richtcharakteristiken sehr vielseitig ist aber leider – und das gerade bei dem Preis – leider nicht frei von kleineren Schwächen ist. Sowohl technisch als auch leicht optisch erinnert es an die Blue Yetis. Dabei bietet es mit der Hyperniere eine Richtcharakteristik mehr. Diese bietet aus meiner Sicht allerdings den geringsten Mehrwert. Zwar packt Mackie wieder mal ein gutes Software-Paket dabei, das vor allem für Musikschaffender als auch Podcaster interessant sein dürfte, leider gibt es dabei aber wieder keine besonderen Low Latency Treiber, die gerade bei diesem Aufgabenfeld hilfreich gewesen wären. Der Preis geht mit rund 170 Euro zwar prinzipiell in Ordnung. Angesichts der Konkurrenz wie den Blue Yetis oder den Razer Seirens, gibt es einige Alternativen, die günstiger und nicht unbedingt schlechter sind.

Zum Mikrofon:
https://obli.net/s/7gqy6¹

Obli
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