beyerdynamic MMX 300 PRO im Test: Mein Headset-Favorit legt nach

Mein bisheriger Favorit unter den Gaming-Headsets hat Konkurrenz bekommen – aus dem eigenen Haus. Das beyerdynamic MMX 300 PRO sieht seinem Vorgänger ziemlich ähnlich, hat ihn bei mir im Alltag aber nahezu direkt abgelöst. Der Grund steckt unter den Ohrpolstern. Und in einem Mikrofon, das deutlich mehr zu bieten hat, als sein vertrautes Äußeres vermuten lässt.

Nach längerer Nutzung steht für mich fest: Hier steckt mehr drin als ein neuer Namenszusatz. Ganz ohne Abstriche kommt das Upgrade allerdings nicht aus. Beim Zubehör spart beyerdynamic, und die markanten Höhen dürften die Geschmäcker weiterhin teilen.

Weniger in der Schachtel, bewährte Qualität am Kopf

Beim Auspacken fällt zuerst auf, was fehlt: die vernünftige Transporttasche des Vorgängers. Auch das zweite Kabel ist verschwunden. Stattdessen liegt ein 2,5 Meter langes Kabel mit getrennten 3,5-mm-Klinkensteckern für Kopfhörer und Mikrofon bei. Ein vormontierter Adapter fasst beide zu einem vierpoligen TRRS-Stecker zusammen. Damit lässt sich das Headset auch an passenden Kombibuchsen von Laptops oder Konsolencontrollern anschließen. Praktisch gelöst – die Tasche hätte ich trotzdem gern behalten.

Das Headset selbst vermittelt dagegen das vertraute beyerdynamic-Gefühl: Kunststoffmuscheln, Velourspolster und ein gepolstertes Kopfband treffen auf einen seit Jahren bewährten Aufbau. Optisch ist das keine Neuerfindung, in der Hand wirkt es aber hochwertig und solide.

Besonders gut gefällt mir, dass Ohrpolster, Kopfband und Kabel austauschbar sind. Wenn diese Teile nach längerer Nutzung verschlissen sind, muss deshalb nicht gleich das ganze Headset ersetzt werden.

Das Kabel lässt sich über einen 3,5-mm-Stecker am Headset abnehmen. Eine zusätzliche Verriegelung gibt es nicht, der Stecker sitzt bei meinem Exemplar aber ausgesprochen fest. An der Kabelfernbedienung regelt ihr die Lautstärke und schaltet das Mikrofon stumm. Das fest verbaute Mikrofon lässt sich hochklappen, stumm wird es dadurch allerdings nicht.

Auch nach Stunden bequem – mit einer kleinen Einschränkung

Aufsetzen und wohlfühlen: Das MMX 300 PRO sitzt bei mir sicher, ohne unangenehm zu drücken. Der Anpressdruck wirkt sogar etwas sanfter als beim Vorgänger. Auch mit Brille habe ich nichts zu beanstanden, und unter den Velourspolstern wird es mir bei längerer Nutzung nicht unangenehm warm.

Lediglich die Ohrpolster dürften für meinen Geschmack noch etwas weicher sein. Wobei der Vergleich nicht ganz fair ist: Ein frisches Polster fühlt sich natürlich anders an als eines, das schon viele Stunden auf dem Kopf verbracht hat.

Neu ist die Aussparung in der Mitte des Kopfpolsters, die den Druck auf die empfindliche Stelle am Scheitel verringern soll. Beim Aufsetzen bemerke ich sie durchaus. Einen deutlichen Komfortgewinn gegenüber meinen anderen beyerdynamic-Hörern konnte ich für mich aber auch nach längerer Zeit nicht feststellen. Der Tragekomfort ist ohnehin schon auf einem sehr hohen Niveau.

Die eigentliche Neuerung steckt unter den Ohrpolstern

Während das Gehäuse vertraut aussieht, arbeiten im Inneren nun STELLAR.45-Treiber. Diese Treiberfamilie kennt man bereits vom DT 700 PRO X und DT 900 PRO X. Das heißt allerdings nicht, dass sich die Kopfhörer identisch anhören: Die Abstimmung des MMX 300 PRO geht hörbar ihren eigenen Weg.

Die Impedanz beträgt 48 Ohm. Damit ist das Headset für den Betrieb an üblichen Kopfhöreranschlüssen ausgelegt; wie viel Lautstärkereserve tatsächlich zur Verfügung steht, hängt aber auch vom jeweiligen Ausgang ab. Die technischen Eckdaten findet ihr auf der Produktseite von beyerdynamic.

Beim Anschluss bleibt es klassisch analog. Ihr steckt das Klinkenkabel ein und nutzt die Soundlösung eures PCs, Laptops oder Controllers. Für eine USB-Verbindung braucht ihr eine separate USB-Soundkarte. Auch eine gewünschte Surround-Simulation muss eure Soundkarte oder eine entsprechende Software übernehmen.

Satter Bass, präzise Ortung – und Höhen mit Biss

Schon die ersten Spielstunden machen klar, warum mich die Neuauflage so schnell gewonnen hat. Der Bass reicht tief hinunter, bringt ordentlich Fülle mit und legt gegenüber dem bisherigen MMX 300 gefühlt noch eine Schippe Druck drauf. Explosionen haben Wucht, ohne dass der Klang dabei ins Dröhnen kippt oder Details in einem undefinierten Bassbrei verschwinden.

Die Mitten halten sich etwas zurück. Dafür treten die Höhen deutlich hervor: klar, detailreich und mit der Schärfe, die ich auch vom bisherigen MMX 300 kenne. Genau das kann gefallen – oder auf Dauer zu viel sein. Wer empfindlich auf betonte Höhen reagiert, sollte diesen Punkt ernst nehmen.

Ich musste mich vom DT 700 PRO X kommend zunächst an diese Abstimmung gewöhnen. Danach hat sie mich aber überzeugt. Das MMX 300 PRO verbindet für mich den Spaß an großen, wuchtigen Spielwelten mit einer Präzision, die auch in kompetitiven Spielen hilft. Gegner lassen sich gut orten, und feine Geräusche bleiben neben dem Spektakel erkennbar.

Trotz der verwandten Treiber klingt es für meine Ohren also nicht einfach wie ein DT 700 PRO X mit Mikrofon. Seine grundsätzliche Ausrichtung liegt näher am bisherigen MMX 300, bekommt aber einen eigenen Charakter.

Das Mikrofon ist der heimliche Star

Der Kopfhörerklang ist stark. Die größere Überraschung sitzt für mich jedoch am Mikrofonarm. Schon das alte MMX 300 hatte eine angenehm volle Stimmwiedergabe. Für mehr Klarheit habe ich dort allerdings gern mit einem Equalizer nachgeholfen.

Beim MMX 300 PRO ist ein guter Teil dieser Verbesserung bereits ab Werk da: Meine Stimme klingt weiterhin voll, gleichzeitig aber deutlich klarer und natürlicher. Die Sprachverständlichkeit profitiert davon hörbar. Genau diese Mischung macht das neue Mikrofon für mich zu einem echten Highlight.

Auch der Vergleich mit meinem unbearbeiteten Großmembranmikrofon hat mir noch einmal gezeigt, wie gut ein Headsetmikrofon inzwischen klingen kann. Das macht beide Lösungen nicht in jeder Situation gleichwertig. Für ein Mikrofon, das einfach am Headset sitzt und ohne zusätzlichen Aufbau auskommt, ist das Ergebnis aber beeindruckend.

Eine Einschränkung bleibt: Geräusche aus der Umgebung landen ebenfalls in der Aufnahme. Eine mechanische Tastatur kann durchaus zu hören sein. Der gute Stimmklang bedeutet also nicht, dass alles rundherum verschwindet.

Mein Fazit: Der Favorit bekommt ein überzeugendes Upgrade

Das MMX 300 PRO hat meinen bisherigen Liebling im Alltag abgelöst. Es bewahrt den bequemen, soliden Aufbau und legt für meinen Geschmack an den entscheidenden Stellen nach: beim druckvollen, präzisen Klang und vor allem bei der klareren Stimmwiedergabe.

Ganz vorbehaltlos ist meine Empfehlung trotzdem nicht. Die Höhen muss man mögen, das Mikrofon bleibt fest am Headset, und das abgespeckte Zubehör ist angesichts dieser Preisklasse schade. Wer vor allem guten Klang und ein überzeugendes Mikrofon in einem analogen Headset sucht, bekommt hier aber ein sehr starkes Gesamtpaket.

Die im ursprünglichen Test zugrunde gelegte UVP liegt bei 299 Euro. Das ist viel Geld für ein Gaming-Headset. Für mich stehen dem allerdings auch eine Menge Qualität und ein nachvollziehbarer Fortschritt gegenüber dem Vorgänger gegenüber. Den aktuellen Händlerpreis solltet ihr vor dem Kauf vergleichen.

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beyerdynamic MMX 300 PRO Gaming-Headset mit STELLAR.45-Treiber und Kondensatormikrofon, kabelgebundenes Gaming-Headset¹
  • Geschlossenes Gaming-Headset mit professionellem Studiosound in Gaming-Abstimmung
  • Einzigartige Sprachverständlichkeit dank hochwertigem Kondensatormikrofon
  • Höchster Tragekomfort für ausgedehnte Gaming-Sessions
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  • Made in Germany

Letzte Aktualisierung am 13.09.2026 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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