Die frustrierende Suche nach einem anständigen Laptop

Eigentlich bin ich ja ganz zufrieden. Ich habe seit letztem Jahr ein Asus UX303LB im Einsatz mit einem i7 5500, 8GB Ram und nachträglich eingebauter 512 GB SSD. Gerade zusammen mit der dedizierten Grafikkarte, einer 940m mit 2GB Video-RAM, hat das Ding ordentlich Power unter dem Hintern für alle wichtigen Aufgaben. Insbesondere der Akku ist dabei einfach nur hervorragend, mit 6-8 Stunden Laufzeit bei normalem Surfen. Das Gerätchen erledigt mühevoll alle Aufgaben, die ich ihm stelle. Dennoch habe ich mich Anfang des Jahres für einen Systemwechsel entschieden.

Dafür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe. Zwar ist für die Unizeit ein 13 Zoll-Gerät der beste Kompromiss aus Größe und Mobilität gewesen, allerdings muss ich mittlerweile sagen, dass für viele Anwendungsbereiche 13 Zoll einfach zu klein ist. Mittlerweile ist abgesehen von dem Arbeitsgerät auch kaum mehr in der Tasche, so dass auch genügend Platz für ein größeres Gerät ist. 15 Zoll sind heute für mich daher der bessere Kompromiss aus Mobilität und einer anständigen Bildschirmgröße, mit der man arbeiten kann. Gerade, wenn ich an Videos rumschnipseln oder größere Musikprojekte bearbeiten will, wird das Ganze mit 13 Zoll doch etwas zu fummelig. Da kommt mir etwas mehr Arbeitsfläche gerade recht.

Der andere Grund ist die Leistung. Klar, mein jetziges System packt alles, sofern man nicht gerade die neusten Spiele spielen möchte. Aber gerade in Sachen Videobearbeitung und Verarbeitung von 4k-Material wird auch ein kleiner Dual-Core i7 an seine Grenzen getrieben. Natürlich war ein anständiges Arbeiten auch damit immer noch möglich, allerdings dachte ich mir, wenn schon mehr Platz im Gehäuse ist, dann doch am liebsten auch für mehr Leistung, so dass ich nicht immer den Standrechner bemühen muss, wenn es ans Video-Rendern geht.

Also dachte ich mir: Alles klar, wenn investiert wird, dann richtig. Die Intel Skylake-Modelle sind frisch auf dem Markt und viele Laptops haben das entsprechende Update bereits erhalten. Das grob gesteckte Ziel war ein System mit folgenden Eckdaten:

  • Intel i7 6700hq – 4-Kerner mit 2,6 Ghz (3,1 Ghz im Boost)
  • 16 GB DDR4-RAM
  • Nvidia Gforce 960m

Daneben war mir eigentlich nur wichtig, dass das Display anständig und im Idealfall matt ist. 4k bringt mir dabei keinen echten Mehrwert, so dass bei der Wahl des Displays FHD bevorzugt wurde.

Am liebsten wäre mir direkt eine größere Variante des UX303 gewesen. Kurze Recherchen haben gezeigt: das UX501 ist das Modell der Wahl, allerdings noch nicht mit Skylake zu haben. Also habe ich zwei anderen Systemen eine Chance gegeben.

MSI GE62-6QD161

Spontan habe ich mir ein MSI geholt. Ich wusste von ein paar Freunden, dass sie sehr zufrieden mit früheren Geräten der Serie waren, also habe ich kurzerhand zugeschlagen. Das Gerät machte einen recht soliden Eindruck. Verarbeitung passte, technische Daten ohnehin, die HDD sollte einfach durch meine alte 512er SSD ersetzt werden und dann sollte es auch schon losgehen.

Beim ersten Aufklappen kam allerdings schon die Ernüchterung. Naiver Weise habe ich mir vor ab keine Bilder der deutschen Tastatur angesehen. Es gab zwei große Kritikpunkte: 1. Die Enter-Taste ist in der mitte gespalten und Teilt sich in Raute-Taste (oben) und schmaler Enter-Taste (unten). Durch meine Tippgewohnheiten erstmal eine mittelschwere Katastrophe. 2. Die Taste für die Größer- und Kleinerzeichen ist rechts neben die Leertaste gerutscht. Für Leute, die Programmieren oder häufiger mit Linux arbeiten eine nicht unwichtige Taste.

Nach dem ersten Ärger über die Tastatur habe ich dem Gerät dennoch eine Chance gegeben. Der Bildschirm war ausgezeichnet, das Gerät während normaler Arbeit wunderbar leise. Überrascht war ich über die ungeheure Anzahl an MSI-eigenen Programmen zur Steuerung von Tastaturbeleuchtung, Energie-Modi, Performance-Modi etc. Also erstmal nichts dabei gedacht und weiter probiert. Als etwas unangenehm empfand ich das Touchpad. Das ist, ganz im Stil des gesamten Gehäuses, eine gebürstete Oberfläche. Das dämpfte mein Nutzungserlebnis ungemein. Während die Struktur beim vertikalen Scrollen und Mausbewegen kaum auffällig, kratzt es leicht am Finger, wenn man sich Horizontal über das Touchpad bewegt.

Trotz allem war ich bis zu dem Zeitpunkt noch sicher, dass ich irgendwie mit dem Gerät warmwerden könnte. Allerdings gingen die Tests nun in die nächste Runde. Ich wollte das Gerät ja schließlich bei voller Last nutzen können. Also Videoprogramme drauf, Battlefield 4 drauf und Leistungsmodus aktiviert. Direkt die erste Überraschung: Durch das bloße Umschalten aus dem ECO-Modus heraus konnte ich plötzlich ein regelmäßiges Spulenfiepen wahrnehmen. Mit Zuschalten der Grafikkarte intensivierte sich das Fiepen. Klar, nach einer kleinen Runde Battlefield war der Lüfter so weit, dass er das Fiepen übertönte, dennoch macht mich so was wahnsinnig. Bei genauerem Hinhören konnte ich ausmachen, dass nicht nur das Gerät selbst ein Fiepen von sich gab, sondern auch das Netzteil. Und das bei jeder Aktion außerhalb des ECO-Modus.

Mit jedem Manko für sich hätte ich sicher leben können. Aber alle zusammen waren mir dann doch etwas viel für das Geld. Wenn ich zwischen 1200 und 1600 Euro für ein Gerät ausgebe, erwarte ich auch eine gewisse Qualität und Zufriedenheit, die sich hier einfach nicht eingestellt hat. Entsprechend ging das Gerät zurück.

Acer Aspire V 15 Nitro – Black Editon (VN7-592G-74FP)

Mein zweiter Versuch war ein Acer Aspire in der Nitro Black Edition. Auf dem ersten Blick ein solides Gerät. Zwar weit mehr Plastik als beim MSI, aber schon die Tastatur gefiel wieder auf den ersten Blick. Auch das Touchpad sah wunderbar aus. Groß und keinerlei Struktur. Also das Gerät mal fix eingeschaltet und eingerichtet.

Nach den ersten Minuten merkt man schnell, dass die Oberfläche des Geräts leicht gummiartik ist und sämtliche Abdrücke bei sich behalten möchte. Kein großes Problem, aber der erste kleine Makel. Das Display war auch ganz schnieke. Matt, Full-HD, wobei gefühlt etwas mehr von der Pixelstruktur zu sehen war. Aber immer noch keine große Sache.

Positiv war jedenfalls direkt, dass nach der Einrichtung weit weniger „Verwaltungssoftware“ von Acer installiert war, als es bei dem MSI der Fall war. Nur das nötigste. Was ich jedoch direkt vermisst habe, war der obligatorische Touchpad-Treiber, da ich meist zwei Dinge korrigiere: 1. Zwei-Fingerscrollen nutze ich zwar exzessiv, aber im invertierten Modus (alte Angewohnheit durch mein altes U36J von Asus). 2. Ich drehe die Emfindlichkeit der Touchpads immer auf das Maximum. Durch ewiges Gitarrespielen habe ich immer leichte Hornhaut auf den Fingerspitzen, so dass viele Touchpads zimperlich sind, was Berührungen angeht. Eine erhöhte Empfindlichkeit beseitigt das Problem allerdings meist schnell.

Kurz nachgeforscht und schon war klar: Es ist ein Synaptic-Touchpad verbaut. Die Einstellungen zum Scrollen fanden sich in den Windows-Einstellungen, da es als „Präzisionstouchpad“ erkannt wurde und Windows gerne für alle Einstellungen zuständig ist. Wie gesagt, Scrolleinstellungen waren kein Problem, allerdings gibt es keine Einstellungsmöglichkeit für die Empfindlichkeit. Also ab ins Netz und googlen. Dabei fiel mir die nächste Eigenart des Touchpads auf. Das Scrollen hatte im Browser eine Art Delay. Erst nachdem ich meine Finger ein Stück über das Touchpad bewegt hatte, fing die Seite an, sich mitzubewegen. Sehr unschön. Aber kein Problem, so dachte ich jedenfalls, der Synaptic-Treiber wird das sicher wie immer Regeln.

Nachdem ich einige Treiber probiert und mich durch diverse Forenbeiträge gelesen hatte, war jedoch klar, das Touchpad funktioniert nicht mit den Herstellertreibern. Beim weiteren Rumspielen ist dann die nächste Kuriosität zu Tage gekommen. In Skype gibt es auf der linken Seite das Fenster mit Gesprächspartnern und auf der Rechten das Fenster mit Chat-Inhalten. Mit einer normalen Maus bewegt man sich über den jeweiligen Programmteil und scrollt munter los. Nicht so mit dem Touchpad. Egal wo man sich im Programm befindet, wann immer man versucht zu scrollen, versucht die Maus scheinbar das gesamte Programmfenster zu bewegen und nicht dessen Inhalte. Und dieses Verhalten lies sich partout nicht abschalten.

Also ging ich schon leicht genervt an die nächsten Tests. Unter Leistung ist die Lautstärke annehmbar. Jedoch tritt auch hier Spulenfiepen auf. Bei weitem schwächer als beim MSI, aber dennoch. Dafür gibt es hier keine klare Abgrenzung zwischen ECO-Modus und „normal“, so dass das Fiepen wirklich nur unter Last auftritt. Wie gesagt, im Vergleich eher hinnehmbar.

Das Touchpad war jedoch durch die Verzögerung, die fehlende Empfindlichkeitseinstellung und das eigenartige Verhalten in diversen Programmen kaum zu gebrauchen. Da ich aber auch im Heimbereich viel mit dem Touchpad arbeite ein No-Go. Entsprechend ging auch dieses Gerät wieder zurück.

Der Hoffungsschimmer

Eigentlich wollte ich schon aufgeben und mich mit meinem 13-Zoller zufrieden geben, allerdings habe ich spontan Asus angeschrieben, ob das UX501 denn noch ein Skylake-Update bekommt und siehe da, ja, es wird kommen und zwar voraussichtlich im Februar. In der Zwischenzeit ist das Gerät auch schon im amerikanischen Amazon-Store aufgetaucht, sowie auf der schweizer Mediamarkt-Seite, die den Erscheinungstermin mit 3.2.2016 angibt. Entsprechend hoffe ich, dass in diesem Gerät Anfang Februar das Gerät finden werde, das mich für die nächsten Jahre begleiten darf. Die Erfahrungen mit dem kleinen Bruder stimmen mich jedenfalls hoffnungsvoll.

Nichts desto trotz bin ich jedoch etwas schockiert, dass solche teuren Geräte tatsächlich immer noch Makel wie Spulenfiepen haben. Viele mag das nicht stören, mich macht es allerdings wirklich wahnsinnig.