Acer Swift 3 SF314-52(G) – Neuauflage mit Intels 8. Gen i5-8250u und Nvidia Geforce MX150 im Test

Acers Ultrabooks der Swift-Reihe sind mittlerweile eine bekannte und beliebte Reihe verhältnismäßig günstiger Notebooks für unterwegs, die aber auch Leistung bieten, um anständig zu arbeiten. In diesem Herbst wurde das Swift 3 nun aktualisiert und erhält Wahlweise mit einem i5 8250u oder einem i8550u einen mobilen Vierkerner aus Intels 8. Prozessorgeneration namens Kabylake Refresh. Das Ganze wird dabei optional gepaart mit Nvidias mobiler Einsteigergrafikkarte MX150.

Optik und erster Eindruck

Mit dem Acer Swift 3 erhält man kompaktes Ultrabook im 14 Zoll Format. Durch sein schlichtes Design reiht sich das Swift in die Reihe uniformer Ultrabooks ein, die dem typischen Macbook-Look nachempfunden sind. Für ein wenig Pepp sorgt aber immerhin die mögliche Wahl zwischen verschiedenen Farbvarianten und der gebürstete Alulook. Sehr angenehm empfinde ich dabei, dass die Oberfläche verhältnismäßig unempfindlich gegenüber Fingerabdrücke ist.

Das Alugehäuse bringt es auf Ausmaße von 33,8 x 23,4 cm in Länge und Breite und auf rund 1,8cm in der Höhe. Damit ist das Gerät ausreichend groß, um auch über längere Zeit ohne Anstrengung zu arbeiten und gleichzeitig portabel genug, da es recht einfach in jeden Rucksack passt. Mit einem Gewicht von 1,7 kg ist es dabei insbesondere für diejenigen unter euch, die so ein Gerät häufiger mitnehmen müssen, auch im Alltag keine übermäßige Last.

Eine Tasche oder ähnlicher Schutz muss separat angeschafft werden. Wie üblich ist der Lieferumfang nämlich auf das nötigste reduziert, so dass ihr neben dem Standardpapierkram und dem Laptop nur ein Netzteil beigelegt bekommt.

Die Verarbeitung macht durchweg einen hochwertigen Eindruck. Bei meinem Modell konnte ich keine unschönen Spaltmaße oder ähnliche Mängel entdecken. Wobei man schon einen Blick auf die teilweise etwas scharfkantigen Ecken haben sollte. Zudem ist mir bereits seit der ersten Nutzung eine etwas fragwürdige Designentscheindung aufgefallen. Der Deckel des Laptops ist minimal Kürzer als der Rest. So gestaltet sich das Aufklappen des Laptops etwas fummelig. Warum hier nicht wenigstens eine Einkerbung oder eine andere Alternative genutzt wird, ist mir schleierhaft. Letzten Endes ist das aber zu verschmerzen.

Die Anschlussmöglichkeiten

Alle Variationen des Swift 3 kommen mit den gleichen Anschlussmöglichkeiten daher. Das heißt auf der rechten Seite bekommt ihr sehr übersichtlich einen SD-Kartenleser der auch aktuelle SDXC-Karten unterstützt, eine USB 2.0 Typ A-Buchse und ein Kensigton-Lock. SD-Karten verschwinden nicht komplett im Gehäuse. Entsprechend wäre das nicht das mittel der Wahl als unauffällige mobile Speichererweiterung, da hier sonst Abbruchgefahr besteht. Als sehr praktisch empfinde ich allerdings, dass all die Anschlüsse in der hinteren Hälfte platziert sind. So bleibt die Kabelei auf der rechten Seite übersichtlich und potenzieller Mausplatz wird nicht blockiert.

Auf der linken Seite befindet sich dann der Rest. Neben dem obligatorischen Stromanschluss gibt es hier einen HDMI-Ausgang, eine USB-Typ-C- und zwei weitere USB 3.0 Typ-A-Buchsen. Eine davon ist mit einem Batterie-Symbol gekennzeichnet, da sie für schnelle Ladeverfahren von Handys oder Tablets ausgelegt ist. Bei dem USB-Typ-C-Anschluss handelt es sich noch um die erste Generation. Das heißt, man ist auf eine Geschwindigkeit von theoretisch maximal 5 GBit/s pro Sekunde limitiert. Zudem unterstützt der Anschluss leider kein Thunderbold. Daher kann das Swift maximal mit einem externen Monitor über den HDMI-Anschluss erweitert werden.

Tastatur & Trackpad

Zur Tastatur gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Sie hat ein sehr angenehmes Tipp-Gefühl und bedarf keiner großen Eingewöhnung. Der Druckpunkt ist zwar teilweise etwas weich, aber dennoch nicht zu schwammig, so dass auch längeres Tippen kein Problem ist. Wie bei vielen anderen Ultrabooks auch ist die Tastatur beleuchtet. Dabei könnt ihr die Beleuchtung in mehreren Stufen dimmen. Das macht auch das Tippen in dunklerer Umgebung einfach. Die Beleuchtung fällt dabei passiv aus, da die LEDs nur durch die Spalte der Tasten scheinen und nicht durch die Buchstaben.

Zum Trackpad gibt es nicht viel zu sagen. Es ist eben so gut wie unspektakulär. Es funktioniert präzise und reagiert auch bei leichten Berührungen ohne Aussetzer. Dabei werden über die Software die üblichen Gesten wie beispielsweise das Scrollen mit zwei Fingern unterstützt.

Das Swift hat aber auch eine kleine Besonderheit. Rechts neben dem Trackpad befindet sich ein Fingerabdruckscanner. Dieser lässt sich schnell und einfach unter Windows einrichten, um künftig die Anmeldung mittels Fingerabdruck zu realisieren. In der Praxis funktionierte das bei mir ohne Probleme. Durch einfaches Fingerauflegen auf den Scanner ist der Rechner in Sekundenbruchteilen entsperrt.

Der Bildschirm

Wie ihr sicher bereits gesehen habt, bekommt man beim Swift 3 ein Glossy-Display. Hier setzt Acer auf kratzfestes Gorillaglas. Auch wenn es zum allgemein sehr wertigen Look beiträgt, spiegelt es in der Praxis allerdings recht deutlich. Solange man damit allerdings nicht in der Sonne oder mit zu viel Licht im Rücken arbeitet, geht das in Ordnung. Zu hell sollte es aber auch drinnen nicht sein, da die maximale Helligkeit des Displays mit knapp 200 cd/m2 nicht unbedingt überragend ist. Für die meisten Situationen aber ausreichend. Ansonsten ist das wirkt das Bild mit seiner FullHD-Auflösung ausreichend scharf und angenehm mit relativ kräftigen Farben. Dank des verbauten IPS-Panels ist das Display zudem sehr Blickwinkelstabil.

Der Bildschirm selbst lässt sich auf bis zu 180° aufklappen und hält dabei sicher in jeder Position ohne dabei zu wabbelig oder nachgiebig zu wirken. Gerade das Scharnier macht einen sehr anständigen und stabilen Eindruck.

Lautsprecher

Für die akustische Bespaßung sorgen zwei kleine Lautsprecher auf der Unterseite des Laptops. Recht angenehm ist, dass sie auch bei voller Lautstärke nicht zum Übersteuern oder Kratzen neigen. Bombastisch ist der Klang dabei zwar nicht gerade, kann sich aber durchaus hören lassen. Wie bei den meisten flachen Geräten kommt bei solchen Lautsprecher der Bassbereich etwas zu kurz, wobei die Leistung im Verhältnis absolut in Ordnung geht. Für richtigen Multimediagenuss sind aber auf jeden Fall Kopfhörer oder externe Lautsprecher zu empfehlen.

Die Leistung im Alltag

So viel zu den äußeren Werten. Kommen wir zum Innenleben. Dazu schauen wir uns mal die Leistung der Komponenten im Detail an. Für dieses Video habe ich das Swift 3 SF314-52G-54TH in die Finger bekommen. Dieses ist mit Intels Kabylake-Refresh i5 8250u, der aktuellen Einsteigerkarte MX150 von NVidia mit 2 GB VRAM, 8 GB DDR4-RAM und einer 256GB SSD ausgestattet. Das G bei der 52 steht im übrigen für die dedizierte Grafikkarte. Die Version ohne G setzt auf Intels integrierten Grafikchip Intel 620…

Als SSD kommt eine 256GB SSD von Intel zum Einsatz. Diese ist über den M.2-NVMe-Steckplatz angebunden. Mit einer Leserate von über 1500 MB/s und Schreibraten von mehr als 580 MB/s macht der Systemspeicher im Alltag ordentlich Dampf und sorgt in der Praxis für sehr schnelles und angenehmes Arbeiten.

Prozessor

Besonders gespannt war ich persönlich auf Intels neue Prozessorgenerationen. Mit dieser erhält die U-Serie Intels mobiler 15 Watt-Prozessoren nun erstmalig vier statt wie bisher nur zwei physikalische Rechenkerne. Damit einher geht allerdings auch das der Kerntakt im vergleich zum direkten Vorgänger meines i5 von 2,5 auf 1,6 Ghz abgesenkt wurde. Das ist in der Praxis aber kein Nachteil, denn wenn die Leistung benötigt wird, taktet die CPU hoch. Im Single Thread Betrieb wird dann ein einzelner Kern auf bis zu 3,4 Ghz beschleunigt. Bei anspruchsvollen Mehrkernaufgaben können alle 4 Kerne gleichzeitig auf 2,3 Ghz beschleunigt werden.

Damit aber genug Zahlenspielerei. Was heißt das denn nun in der Praxis? Auch da ist ein Vorteil je nach Anwendung mal mehr oder weniger deutlich zu spüren. Insgesamt hängt der neue Rechenknecht seinen Vorgänger jedoch in allen Disziplinen ab. Daher hier nochmal ein paar Benchmarkergebnisse zum Vergleich, bei dem ich auch noch den größeren 45-Watt i5 7300HQ reingepackt habe:

Dementsprechend hat es Intel geschafft bei stark minimiertem Stromverbrauch eine vergleichbare Leistung wie der i5 der letzten Generation zu liefern. In der Praxis kann das zwischen den unterschiedlichen Geräten aber durchaus variieren, je nachdem wie gut die Kühllösungen der Hersteller sind und wie lange der i5 den maximalen Takt unter Volllast halten kann. Aber trotzdem sehr beeindruckende Ergebnisse.

Grafikkarte

Wie erwähnt gibt es das Gerät in zwei Ausführungen. Einmal mit Intels integrierter Grafiklösung UHD Graphics 620 und einmal mit zuschaltbarer Nvidia Geforce MX150. Bei letzterer Variante wird wieder auf das bewährte Optimus-System von Nvidia gesetzt. Das bedeutet, dass die dedizierte Grafikkarte nur zugeschaltet wird, wenn es erforderlich ist. Ansonsten übernimmt die Intelgrafik, um den Akku zu schonen.

Bei der MX150 handelt es sich effektiv um die mobile Version von Nvidias 1030 mit 2 GB VRAM. Dabei handelt es sich um eine Einsteigerkarte, von der man nicht die beste Gaming-Performance erwarten darf. Dennoch genügt sie für die Hardwarebeschleunigung entsprechender Programme wie Photoshop oder Premiere oder aber für kleine Daddelrunden, wenn keine dicke Gaming-Maschine bereitsteht.

Die MX150 positioniert sich als Nachfolger zur Geforce 940MX und wird bereits seit Mai in diversen mobilen Geräten verbaut. Je nach Szenario ist sie zwischen 30 und 40% schneller als ihr Vorgänger. Das lässt auch abgespeckten Spielspaß mit einigen aktuellen Titeln auf niedrigen Detailstufen zu. In meiner kurzen Gaming-Session hat sie folgende Ergebnisse erzielt (jeweils auf FullHD mit minimalen Details):

Lüfterlautstärke

All die Leistung will natürlich auch gekühlt werden. Dabei fällt allerdings auf, dass die Lüfter permanent drehen. Lautlos ist dieses Gerät also nie. Beim normalen Arbeiten und Surfen ist entsprechend immer ein leises Säuseln im Hintergrund wahrnehmbar. Immer mal wieder, gerade beim Surfen auf vollgepackten Seiten, wird der Prozessor etwas mehr gefordert und entsprechend dreht der Lüfter dann etwas hoch. Das passiert jedoch nicht ständig und endet auch nicht in wildem Pumpen, da die Kühlung scheinbar versucht, die Lüfter möglichst gleichmäßig zu betreiben, um so wenig wie möglich zu stören.

Was ich aber besonders positiv finde: Selbst wenn der Laptop richtig gefordert wird, also auch mal wirklich eine halbe Stunde auf Volllast gearbeitet wird, wird der Lüfter nie unangenehm laut. Er wird zwar deutlich wahrnehmbar, aber eben nicht wirklich laut. Selbst unter Volllast ist das Swift geradezu angenehm unaufdringlich. Ein paar Aufnahmen dazu könnt ihr im oben verlinkten Video hören.

Der Rest

So viel zu den Kernkomponenten. In Sachen Arbeitsspeicher sind 8 GB verbaut. Vermutlich aus Stromspargründen wurde hier auf etwas langsameren LPDDR3 gesetzt. Ansonsten bietet uns das Gerät in Sachen Kommunikation den aktuellen WLAN-ac-Standard sowie Bluetooth 4.0. Dazu gibt es eine einfache 720P-Webcam mit eher mäßiger Qualität.

Akku

Da das Gerät aufgrund von Abmessung und Ausstattung eher als mobiles Gerät konzipiert ist, spielt natürlich auch der Akku eine wichtige Rolle. Der kommt mit 4 Zellen und 48 Wh daher. Im Auch wenn Acer mit bis zu 10 Stunden Laufzeit wirbt, kommt er im realen Einsatz auf ein paar andere Werte (alle ermittelt mit aktiviertem WLAN und 50% Displayhelligkeit).

  • Solange man sich auf reines Videoschauen beschränkt, kommt man näherungsweise auf eine Laufzeit von 8 Stunden
  • Beim Arbeiten mit Office und ein wenig Internet werden es immerhin noch rund 6 Stunden
  • Surfen auf leistunghungrigen Seiten schafft das Swift für rund 4-5 Stunden je nach Intensität
  • Sobald ihr aber das Zocken anfangt, ist nach weniger als 1,5 Stunden Schicht im Schacht

Erweiterbarkeit

Wer nun eine Stange Geld in die Hand nimmt, um sich so ein Gerät zu kaufen, möchte natürlich auch möglichst lange etwas davon haben. Entsprechend ist die Frage nach Wartbarkeit und Aufrüstbarkeit nachvollziehbar. Da sieht es aber leider eher Mau aus. Zwar lässt sich das Gerät verhältnismäßig leicht öffnen, viel zum Tauschen gibt es aber nicht. Der Akku ist verschraubt und liegt wie heute üblich im inneren des Gerätes. Wirklich austauschbar sind unter anderem das WLAN-Modul und die NVMe-SSD, die man relativ einfach gegen eine größere ersetzen kann.

Sehr schade: Der Arbeitsspecher ist fest auf der Platine verlötet. Ein nachträgliches RAM-Upgrade also nicht möglich. Gerade das finde ich misslich, da das Swift zwar eine ordentliche Leistung für so ein mobiles Gerät bietet, wer diese aber ausnutzt hat dabei auch häufig Anwendungen im Einsatz, die die verbaute RAM-Kapazität schnell ausschöpfen werden.

Fazit

Kommen wir damit nun zum Fazit. Mit dem neuen Prozessorupdate des Swift 3 hat Acer seinem Ultrabook einen ordentlichen Leistungsschub verpasst. Gepaart mit dem anständigen Akku und den kompakten Ausmaßen ist es ein ausgezeichnetes Gerät für unterwegs. Die optionale Grafikkarte beschleunigt viele Anwendungen enorm und taugt zumindest für kleine Daddelrunden mit aktuellen Titel auf minimalen Details. Dabei sieht das Gerät auch noch schick aus.

Dabei ist das Ultrabook aber nicht perfekt. Meine Hauptkritik an dem Gerät gilt dem spiegelnden Bildschirm, der aufgrund seine mäßigen Helligkeit eher für den Inneneinsatz taugt, dafür aber absolut ausreicht. Eben so der ungünstigen Ausmaße des Deckels, die für ein unhandliches Aufklappen sorgen. Zu guter letzt sollte man sich sicher sein, dass der Arbeitsspeicher mit 8 GB ausreicht, da eine Erweiterung nicht möglich ist.

Zu haben ist das Gerät ohne dedizierte Grafikkarte für rund 900 Euro, zusammen mit der MX150 liegt der Preis dann bei rund 1000 Euro.