Yamaha AG03 & AG06 – DAS Gerät für… alles?

Das AG03

Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich hierbei um ein 3-Kanal-Mischpult. Der erste Kanal verfügt über den zuvor erwähnten D-Pre-Vorverstärker, an den man ein Mikrofon oder eine andere Signalquelle über die verbaute Combo-Buchse mittels XLR oder Mono-Klinke anschließen kann. Optional lässt sich per Knopfdruck die +48V-Phantomspeisung zuschalten oder das Eingangssignal mittels Pad-Schalter um 26 dB absenken. Neben dem üblichen Gain-Regler findet sich auf dem Channelstrip ein wertiger Fader, um die Lautstärke des Kanals im Mix zu regeln. Als Besonderheit gegenüber den meisten anderen Kleinmixern finden sich noch zwei weitere Knöpfe auf diesem Channelstrip. Den COMP/EQ-Knopf, mit dem man sowohl Kompressor als auch EQ aktivieren kann, und den Effekt-Knopf, mit dem sich ein Hall-Effekt zuschalten lässt. Leider lassen sich die Parameter der Effekte aufgrund der Kompaktheit des Pultes nicht an selbigem vornehmen. Zu diesem Zweck muss also immer die mitgelieferte Software bemüht werden.

Das AG03 im Einsatz.

Das AG03 im Einsatz.

Zusätzlich zur Combo-Buchse befindet sich noch ein 3,5mm-Klinkeneingang mittig auf dem Mixer, der ebenfalls als Signalquelle für Kanal 1 fungiert. Dieser liefert die entsprechende Phantomspeisung für Headset- und typische Computer-Mikrofone. Diese werden dann ebenfalls über den hochwertigen D-Pre-Vorverstärker verstärkt. Zu dem Kanal gehören zudem noch mehrere Status-LEDs. Mit diesen sieht man auf einem Blick, ob die Phantomspeisung eingeschaltet, das verstärkte Signal die -3dB-Marke überschreitet und welche Effekte aktiviert sind.

Für den zweiten Channelstrip, der für die Kanäle 2 und 3 zuständig ist, kommt ebenfalls ein sehr eigenwilliges, aber durchaus durchdachtes Konzept zum Einsatz. Im oberen Drittel des Mischpultes finden sich bei diesem Kanal gleich drei Klinkeneingänge. Über einen Knopf lässt sich auswählen, ob man den hochohmigen Instrumenteneingang links oder die Line-Anschlüsse als Mono- oder Stereo-Kanal auf der rechten Seite verwenden möchte.

Direkt unter den Eingängen des zweiten Kanals befindet sich nun einer der wenigen Kritikpunkte am AG03. Statt eines Potis, um die Verstärkung des Eingangssignal akurat anzupassen, gibt es hier nur einen weiteren Knopf mit dem sich zwischen „High“- und „Low“-Gain unterscheiden lässt. Für die meisten Anwendungsfälle sollte das genügen, warum hier der Poti allerdings eingespart wurde, ist mir nicht ganz verständlich. Zur Lautstärkensteuerung dieses Channel-Strips befindet sich auf der Unterseite im Gegensatz zum ersten Kanal ein Drehregler.

Neben den ersten beiden Kanälen findet sich unten am Mischpult noch ein weiterer Drehregler. Mit diesem lässt sich die Lautstärke des PC-Signals abmischen, welches ihr optional über USB einspeisen könnt. Oberhalb befindet sich ein weiterer wichtiger Schalter des AG03. Mit diesem kann man festlegen, ob man nur Kanal 1 und 2G (Instrumenteneingang, nicht jedoch Kanal 2/3), den kompletten Stereomix der analogen Eingänge oder den Stereomix samt Signal des PCs zur Aufnahme ausleiten wollt. Hier ist auch nun mein zweiter kleiner Kritikpunkt. Ihr habt also nur die Möglichkeit Gesang und Gitarre in getrennten Spuren aufzunehmen. Alles weitere würde in einem untrennbaren Stereo-Mix landen.

In der Mitte des Geräts befindet sich noch ein weiterer 3,5mm-Klineneingang, der mit AUX beschriftet ist. Dieser ist, wie der Name vermuten lässt, für externe Geräte wie MP3-Player, Tablets und ähnliches gedacht. Die Signalquelle wird in den Mainmix integriert, wobei die Lautstärkenreglung am jeweiligen Gerät selbst vorgenommen werden muss.

Rechts befindet sich die Lautstärkesteuerung für euren Gesamtmix. Monitor- und Kopfhörerausgänge können hier getrennt geregelt werden. Zudem hat man die Möglichkeit Kanal 1 und 2G (nicht also 2/3) Stummzuschalten. Euch steht der Monitorausgang sowohl als Cinch- als auch als 6,3mm-Klinkenausgang zur Verfügung. Für die Kopfhörer gibt es einen 6,3mm- und einen 3,5mm-Stereo-Klinkenausgang.

Zuletzt findet man im oberen Bereich einen Footswitch-Klinkeneingang. Über diesen ist es möglich, mittels externen Footswitch, den eingestellten Effekt ein oder auszuschalten.

Die technischen Daten des AG03

  • 192 kHz / 24 bit Stereo-USB 2.0-Audiointerface
  • D-Pre Vorverstärker
  • Eingänge:
    • 1x Mikrofon-/Line-Eingang XLR/Klinke Combo-Stecker (Kanal 1)
    • 1x Mikrofon 3,5 mm Mini-Klinke (mit +5V Phantomspeisung für Headset-Mikrofone – Kanal 1)
    • 1x 6,3 mm Klinke Instrumenteneingang (Hi-Z – Kanal 2G)
    • 2x Line-Eingang 6,3 mm Klinke (Stereo-Kanal – Kanal 2/3)
    • 1x AUX-Eingang 3,5 mm Mini-Klinke (Stereo-Kanal – Kanal AUX – nicht regelbar)
  • Ausgänge:
    • 2x Line-Ausgang 6,3 mm Klinke (Stereo-Paar)
    • 2x Line-Ausgang Cinch (Stereo-Paar)
    • 1x Stereo Kopfhörerausgang 6,3 mm Klinke
    • 1x Stereo Headset/Kopfhörerausgang 3,5 mm Mini-Klinke
  • Anschluss für Fußschalter (um Effekte zu bedienen)
  • Monitor-Multe-Schalter für Kanal 1&2G
  • +48V Phantomspeisung für Kanal 1
  • Pad-Schalter (-26dB) für Kanal 1
  • DSP mit Kompressor und Equalizer für Kanal 1 und 2G + Amp-Sim für 2G
  • 60 mm Fader an Kanal 1
  • DSP-Software für Windows, Mac und iOS
  • Stromversorgung über USB: 5 V, 500 mA über USB Typ B für PC und Mac sowie über Micro-USB für Standalone und Tablet-Betrieb

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  1. Avatar mfg 16. November 2016
    • Avatar Obli 17. November 2016