Roccat Vulcan (121) AIMO im Test – Die beste Tastatur für Gamer?

Seit letzten Jahr ist sie nun auf dem Markt. Die Roccats Tastatur-Serie Vulcan. Und seit dem bekommt sie unregelmäßigen Zuwachs. Zuletzt die Vulcan 121¹ im März. Diese habe ich seit dem intensiv im Gebrauch und schaue mir mit euch in diesem Video an, wie sie sich von den anderen Serien-Geschwistern unterscheidet, wie sie sich so betippt und mit welchen Extras Roccat euren Gaming-Alltag verbessern möchte.

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https://www.youtube.com/watch?v=3gtAkukpqqA

Die Versionen

Den Anfang haben letztes Jahr die Vulcan 80 und 100 gemacht. Wobei erstere den Einstieg bildet, mit schlicht blauer Beleuchtung, komplett aus Kunststoff für rund 100 Euro. Für 120 Euro stellt die Vulcan 100 das erste Upgrade da und bietet Roccats RGB-Beleuchtungssystem AIMO, eine schicke gebürstete Aluverkleidung auf der Oberseite, so wie einen Drehregler, der verschiedene Aufgaben übernehmen kann.

Ende 2018 gesellte sich die Vulcan 120 mit zusätzlicher Handballenablage dazu. Dieses Jahr folgte nun die Vulcan 121. Diese entspricht der 120er-Version, kommt aber statt in grauer in schwarzer Optik daher.

Lieferumfang, Optik und Verarbeitung

Die erwähnte Handballenablage ist das einzige Extra, das euch Roccat dazupackt. Zudem gibt es nur den üblichen Papierkrams. Angeschlossen wird die Tastatur über ihr fest verbautes, 1,8 m langes Stoffummanteltes USB-Kabel. Das wirkt dabei ordentlich stabil und damit robust und fügt sich wunderbar in das Gesamtdesign der Tastatur ein.

Um die Handballenauflage und Tastatur zusammen zu setzen, kann sie einfach vorne drangesetzt werden. Für den Rest sorgt der verwendete Magnetmechanismus. Dieser ist stark genug, dass die Auflage nicht ausversehen entfernt wird, lässt sich aber trotzdem noch leicht genug entfernen. Trotzdem bleibt die Auflage für mich allenfalls Durchschnitt. Letzten Endes handelt es sich hier um ein wenige mm hohes Stück Kunststoff das zumindest für mich nicht übermäßig bequem zu nutzen war. Andere Premiumtastaturen in diesem Preisbereich bieten beispielsweise durch ergonomische Polsterung besseres. Ohne gibt es die schwarze Version leider nicht.

Abgesehen davon wirkt der Rest der Tastatur anständig verarbeitet. Das Design entspricht 1:1 dem der Vulcan 120 mit dem erwähnten Unterschied, der gebürsteten Aluminiumoberseite die nun in schickem Schwarz gehalten ist. Ansonsten ist das Design sehr clean ohne auffällige optische Spielereien, was mir persönlich sehr gefällt. Die Tasten als besonderes Design-Element finden sich in dieser Form an allen Ausführungen der Tastatur. Die Kappen sind auffallend flach, so dass die Beleuchtung besonders gut zur Geltung kommt. Abgesehen von der Optik hat das Design keine Auswirkung auf das Tippgefühl.

Das Tippgefühl

Wo wir gerade bei Tippgefühl sind: Unter den Kappen verbergen sich Roccats selbst entwickelte Titan-Switches. Diese sind taktil. Das bedeutet, der Auslösepunkt ist merklich warnehmbar. Vergleichbar sind sie laut eigenen Angaben für die Kenner wohl am ehesten mit den bekannten Cherry MX Brown Switches. Also sowohl leise als auch wie bereits erwähnt taktil. Im Vergleich zu diesen ist der Hub um 0,4 mm verkürzt, was für eine noch höhere Geschwindigkeit und Präzision sorgen soll. Das klingt ja alles gar nicht übel, aber wie ist es denn nun wirklich in der Praxis?

Kurz: Für alle Vieltipper ein wirklich durch und durch angenehmes und wirklich präzises Tippen mit einem knackigen und schnellem Anschlag. Dafür empfinde ich die Tasten nicht unbedingt als leise. Leiser als so manch andere mechanische Tastatur vielleicht, sind die Tastenanschläge aber trotzdem mehr als gut hörbar. Für den ein oder anderen vielleicht auch ein wichtiges Kriterium.

RGB vom Feinsten

Soweit zu den Qualitäten als herkömmliche Tastatur. Was bietet die Vulcan aber darüber hinaus für die Gamer. Zunächst das auffälligste: Es gibt natürlich die frei konfigurierbare AIMO-RGB-Beleuchtung. Die macht durch das Tastendesign auch richtig was her. Einziger Kritikpunkt wie bei den meisten Tastaturen ist, dass die Zweitfunktionen der meisten Tasten eher spärlich beleuchtet sind. Um die Beleuchtung nach euren Wünschen und Vorstellungen anzupassen, benötigt ihr die zugehörige Software Roccat Swarm in die wir jetzt mal kurz reinschauen wollen.

Zunächst habt ihr hier die Möglichkeit die allgemeine Konfiguration der Tastatur vorzunehmen. Das Spannendere ist aber die Option, zwischen verschiedenen Beleuchtungsmodi zu wählen, diese ein wenig anzupassen oder aber eine ganz persönliche Beleuchtungskonfiguration zu entwerfen, bei der ihr Tasten-Gruppen oder jede Taste einzeln individuell anpassen könnt. Hier könnt ihr euch voll und ganz austoben.

Sondertasten, Gaming-Mode & Makros

Dazu gibt es aber natürlich noch wie für Gaming-Tastaturen üblich weitere Tasten und Funktionen. Werfen wir einen kurzen Blick in die rechte obere Ecke. Hier könnt ihr zum einen euren Sound stumm schalten, zum anderen mit dem Drehrad und den beiden Wahltasten daneben entweder die PC-Lautstärke oder aber die Helligkeit der Tastaturbeleuchtung einstellen.

Mittels FN-Tastenkombination habt ihr zudem einen Haufen Standardfunktionen a la Musiksteuerung, Programmstarten etc, wie ihr das von so ziemlich jedem Laptop kennt. Darüber hinaus gibt es aber noch weitere Besonderheiten. Zum einen wäre da der Game-Mode. Aktiviert ihr diesen, habt ihr quasi ein zweites Tastaturlayout, bei dem ihr selbst festlegen könnt, was auf jeder einzelnen Taste passiert. Die Zuweisung erfolgt wie auch bereits die LED-Steuerung in Roccat Swarm. Hier können außerdem ausgewählte Tasten mittels Easy-Shift auch eine zweite Funktion erhalten. Im Game-Mode wird die Feststelltaste zur Easy-Shift-Taste. Drückt ihr also diese in Kombination mit einer belegten Taste, wird die alternative Aktion ausgeführt. Mit Easy-Shift dürfen das nicht nur einfache Neubelegungen sein, sondern auch ganze Tastenkombinationen oder komplexe Markos.

Stichwort Makros: Auch die lassen sich in einem speziellen Editor in Swarm erstellen. Dabei könnt ihr beliebige Tastenabläufe, Funktionen und Timings einbauen. Das Ergebnis könnt ihr dann wie beschrieben auf Easy-Shift-Tasten oder auf die sechs speziell für Makros vorgesehenen Tasten oberhalb der Pfeiltasten legen.

Damit ihr diese ganzen Konfigurationen nicht ständig für jedes Spiel anpassen müsst, lässt sich all das, also sowohl Tastenkonfigurationen als auch LED-Einstellungen in Profilen speichern. Zwischen denen könnt ihr per Tastenkürzel oder in Roccat Swarm umschalten oder aber aber automatisiert beim Start bestimmter Spiele oder Programme. In meinen Versuchen funktionierte all das wirklich vorbildlich und ohne größere Komplikationen nachdem man sich einmal in der Software zurecht gefunden hat.

Dieser Grad der Anpassbarkeit kann ganz schön erschlagen, daher kommen wir damit nun zum Fazit.

Fazit

Die Roccat Vulcan ist nicht nur eine schick designte Gaming-Tastatur, die mir in ihrer neuen schwarzen Auflage noch besser gefällt, sondern bietet neben einem wirklich hervorragendem Tippgefühl umfangreichste Konfigurationsmöglichkeiten. Um davon in vollem Umfang zu profitieren, erfordert es aber schon ein wenig Einarbeitung. Dabei kann insbesondere die Verarbeitung überzeugen.

Einzig die Handballenauflage hätte bei dem Preis ein wenig mehr Premiumfeeling bieten dürfen. Und auch all jene unter euch, die eher eine etwas leisere mechanische Tastatur suchen, sind hier nicht unbedingt an der richtigen Adresse. Alle anderen herhalten hier eine wirklich ausgereifte Tastatur, mit der sie lange glücklich werden können. Das allerdings auch zu einem Premiumpreis von rund 150 Euro.

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