Mackie EM-USB im Test – Ein USB-Mikrofon besonders für Singer, Songwriter und Podcaster

Heute schauen wir uns mal wieder ein USB-Mikrofon an. Und zwar das Mackie EM-USB¹. Von Mackie haben wir uns hier kürzlich bereits deren aktuelle Kopfhörer-Serien angeschaut. Ebenfalls neu in ihrem Sortiment sind Mikrofone ganz frisch mit dem EM-USB nun auch das erste USB-Mikro. Was das so drauf hat und was es besonders macht, das erfahrt ihr wie immer hier.

Das Video wird von Youtube eingebettet abespielt.

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Vielen Dank dabei an die Jungs von Mackie, die mir das gute Stück ausgeliehen haben.

Lieferumfang

Das EM-USB kommt einsteigerfreundlich als Komplettset daher. Das heißt, neben dem Mikro selbst bekommt ihr eine Kunststoffklemme, ein kleines Tischstativ, so wie ein rund 2m langes USB-Kabel. Darüberhinaus gibt es aber auch noch ein umfangreiches Software-Bundle, das vor allem für angehende Musiker und Podcaster interessant sein dürfte. Aber das schauen wir uns gleich noch näher an. Das alles gibt es für rund 150 Euro. Damit steht es in direkter Konkurrenz mit dem bereits etablierten Rode NT-USB. Schauen wir uns die einzelnen Komponenten aber mal im Detail an.

Die Mikrofonklemme macht einen zweckdienlichen Eindruck. Erinnert dabei aber definitiv eher an die Halterung üblicher Bühnenmikros. Sie hält das Mikrofon sicher und lässt es dank des 5/8 Zoll Gewindes an jedes gängige Stativ montieren. Für alle Fälle liegt aber auch ein Reduziergewinde auf 3/8 Zoll bei. Wie bei solchen Halterungen üblich gibt es natürlich keinerlei Schockabsorbtion für Trittschall oder falls ihr euer Stativ zum Beispiel aus Versehen berührt.

Etwas besonders ist das Tischstativ. Beim ersten ansehen, war ich etwas skeptisch, vergleichbare Stative sind oft aus Kunststoff und eigentlich nicht zu gebrauchen. Im Gegensatz dazu gibt es hier ein kleines Stativ, dass abseits der Knubbel an den Füßchen und in der Mitte komplett aus Metall besteht. Und nicht nur das. Hier ist auch noch ein kleines aber wertvolles Feature versteckt. Das Stativ lässt sich ausziehen. Zwar leider nur um 3,5cm, aber selbst die können schon den entscheidenden Unterschied machen. Insgesamt Macht es einen recht stabilen Eindruck und steht dank der Hardgummifüßchen rutschfest auf dem Tisch.

Das Mikrofon selbst macht einen hervorragend verarbeiteten Eindruck. Das komplette Gehäuse besteht aus Metall, die kleinen Steuerelemente an der Front aus Kunststoff. An der Unterseite finden sich alle Anschlüsse. Das ist ein moderner USB-C-Anschluss für die Verbindung mit Windows, Mac, Android oder iOS-Device, so wie ein 3,5mm Kopfhöreranschluss. Über diesen könnt ihr euer Mikrofonsignal latenzfrei überwachen und gleichzeitig den Ton eures Rechers hören. Standardmäßig hört ihr allerdings nur den Sound eures Rechners. In den Windows-Soundeinstellungen lässt sich in den Eigenschaften des Wiedergabegeräts dann das Monitoring-Feature aktivieren.

Abgesehen davon gibt es noch drei Steuerelemente an der Front. Ganz unten ein Drehregler für die Lautstärke des Kopfhörerausgangs, in der Mitte einer, um den Mikrofon-Gain einzustellen und darüber ein kleiner Mute-Knopf. Den aktuellen Status könnt ihr an der LED direkt darüber ablesen. Leuchtet sie grün seid ihr tendenziell zu hören, seid ihr Stummgeschaltet, leuchtet sie rot.

Auch wenn das Mikro auf den ersten Blick wie ein Großmembraner aussieht, verbirgt sich unter dem Korb eine 14mm große Elektretkondensatorkapsel. Diese ist in Richtung der Steuerelemente ausgerichtet, entsprechend wird das Mikro auch von der Seite besprochen, auch wenn die flache Oberseite verlockt es von oben zu besprechen.

Technische Details

Technisch ist es auf das nötigste beschränkt. Die maximale Abtastrate von 48 kHz geht in Ordnung, eine Tiefe von mehr als 16 bit wären hingegen wünschenswert gewesen, fällt bei dieser Art Mikrofon in der Praxis allerdings kaum ins Gewicht.

Praxis

Kommen wir damit zur Praxis. Das Mikrofon ist in der Aufnahme absolut Rauscharm. Der Klang ist dabei recht rund ohne auffällige Überbetonung bestimmter Frequenzbereiche. Hinter dem Mikrofonkorb liegt die Kapsel geschützt von einer sehr dünnen Schaumstoffschicht, die als Popschutz dienen soll. Mit ein wenig Abstand und wenn sie nicht direkt besprochen wird, erfüllt sie durchaus ihren Zweck. Für nahe und direkte Besprechung ist jedoch unbedingt ein Popschutz zu empfehlen, da ihr sonst schnell ein Problem mit Plosivlauten bekommt.

Für Podcaster und Streamer ist natürlich wichtig, wie gut das Mikro gegen Störgeräusche abschirmt. Da sieht es wie bei dieser Art Mikrofon üblich eher mäßig aus. Gerade durch eine fehlende Spinne wird hier auch schnell der Schall über das Stativ übertragen. Wer gern Alternativ gern auf eine Spinne setzen würde, hat es bei dem Mikro nicht leicht. Durch die breit verteilten Steuerelemente an der Front lässt es sich nur schwer damit verwenden.

Für ein paar Soundbeispiele in der Praxis, werft einen Blick in das verlinkte Video.

Die Software

Was das Mikro aber von fast allen anderen bekannten USB-Mikrofonen abhebt, ist die Software-Dreingabe. Ihr bekommt zwei Einsteigerversionen bekannter DAWs dazu. DAWs sind Digital Audio Workstations und letzten Endes Ton- und Musikbearbeitungsprogramme mit denen ihr selbst produzieren könnt. Egal ob eben Musik, Podcasts oder ähnliches. Darin könnt ihr den Ton aufnehmen, bearbeiten, mit Effekten belegen, abmischen und ein fertiges Endprodukt erstellen. Konkrekt bekommt ihr hier die bekannte DAW Pro Tools in der First-Edition und Waveforms in der OEM-Variante. Zu beiden DAWs gibt es darüberhinaus noch ein Plugin-Paket mit allen gängigen Effekten, die man zum Start gut gebrauchen kann. Einerseits löblich, andererseits für Einsteiger auch schwierig. Denn welche DAW sollt ihr nehmen? Mein persönlicher Tipp: Wollt ihr einen leichten Einstieg, erste Song-Ideen festhalten oder einen Podcast basteln, seid ihr mit Waveforms bestens bedient, da dieses extrem einsteigerfreundlich ist. Seid ihr, gerade was den Musikbereich angeht, ambitionierter ist ProTools eine gute Wahl, um irgendwann auf die größeren Versionen zu wechseln. Letzten Endes kommt man aber mit beiden ans Ziel und es liegt an euch, was ihr als besser empfindet.

Fazit

Kommen wir damit zum Fazit. Das Mackie EM-USB ist ein wirklich anständiges USB-Mikrofon. Statt der Klemmhalterung hätte es gern ein richtiger Shockmount sein dürfen, dafür setzt sich dieses Mikro durch seine umfangreiche Software-Dreingabe von der Konkurrenz ab. Damit bekommt ihr also nicht nur Hardware-mäßig ein Komplettset, um direkt loslegen zu können. Prinzipiell ist dieses Mikro dabei recht universell. Egal ob für Voicechat oder Streams. Durch die Software ist es als Bundle aber noch um so besser für angehende Podcastproduzenten und Singer&Songwriter geeignet. Da liegt eben der Vorteil, wenn ein Unternehmen aus dem Musikbusiness noch einen Schritt weiterdenkt.

Hier geht’s zum USB-Mikro:
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Obli
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