Loupedeck Live im Test – Eine echte Alternative zum Stream Deck? – Den Stream voll unter Kontrolle!

(Werbung) Loupedeck ist bereits eine Weile mit ihrer spezialisierten Eingabe-Hardware mit Fokus auf Bild- und Videobearbeitung am Markt. Nun haben sie sich gedacht: Wir haben die Hardware und das Know-How. Wieso das ganze nicht auch auf das Thema Streaming anpassen? Und damit war die Idee des Loupedeck Live¹ geboren. Quasi ein abgesegtes Loupedeck CT. Was das so kann und ob es Alternative zum bereits etablierten Stream Deck¹ ist, das erfahrt ihr wie immer hier.

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Lieferumfang und Verarbeitung

Das Loupdeck Live kommt sehr übersichtlich mit einem kleinen Standfuß und einem 1 m langem stoffummantelten USB-C-Kabel daher. Ein wenig knapp wie ich finde, aber da es nicht fest verbaut ist, könnt ihr auch jedes andere USB-C-Kabel verwenden. Standardmäßig endet es an beiden Seiten auf USB-C, ein Adapter auf USB-A liegt aber auch bei. Mit dem Standfuß habt ihr die Wahl, ob ihr das Gerät recht flach oder mit steilerem Winkel aufstellen wollt. Recht schade ist, dass es hier keine Lösung mit Zwischenstufen gibt. Der kleine Standfuß wirkt auf den ersten Blick recht billig und lässt Befürchten, dass er seiner Aufgabe kaum gerecht wird. Aber, einmal angeklippt, hält er das Gerät erstaunlich stabil. Wertig fühlt sich aber definitiv anders an.

Das Loupdeck Live selbst, wirkt dagegen alles andere als billig. Die Unterseite besteht aus Kunststoff, die Oberseite aus mattem Metall. An Reglern habt ihr links und rechts jeweils drei, die sich nicht nur drehen sondern auch drücken lassen. Beim beim Drehen gibt es gut fühlbare einzelne Stufen, um möglichst präzise Einstellungen vornehmen zu können. Eine physische Reihe mit 8 Knöpfen, so wie insgesamt 12 Touchbuttons mit digitalem Display in der Mitte. Erstere ist dazu gedacht, durch verschiedene Seiten, genannt Workspaces, zu wechseln, so dass die Touchflächen mehrfach genutzt werden können. Ähnlich wie die Ordner beim Stream Deck. Damit bietet es schon mal eine Menge Potenzial, euren Stream zu steuern. Aber nicht nur das. Hier mit könnt ihr so ziemlich jedes beliebige Programm auf eurem Rechner steuern. Dazu später mehr.

Alle Hardware-Buttons haben ein ordentliches haptisches Feedback mit gut definiertem Druckpunkt. Das unterstreicht das allgemeine Gefühl von Wertigkeit, besonders gegen die eher schwammigen Knöpfe der Stream Decks. Was dagegen Gewöhnungsbedürftig ist, sind die Touch Buttons. Diese Lösen nicht beim Berühren sondern beim Loslassen aus und Quittieren das durch Vibration des Geräts. Die Länge lässt sich dabei in der Software definieren. Eben so wie Funktion und Belegung. Aber dazu kommen wir gleich.

Die Organisation

Das Loupedeck bietet Software-Bezogene Funktionen. Das heißt, in der Regel ändern sich die dargebotenen Funktionen je nach Software, die ihr gerade im Vordergrund habt. Für Streaming, wo OBS meist im Hintergrund läuft, ist das natürlich misslich. Daher könnt ihr das ganze auch sperren, so dass die Funktionen unabhängig vom aktiven Programm sind. Dabei organisiert sich das Loupdeck neben Programmabhängigen Profilen in Workspaces und Pages. Ihr könnt euch also zB Themenbezogene Workspaces erstellen, in denen jeweils die Belegung der Drehregler und Touchflächen festgelegt sind. Zwischen denen schaltet ihr mit den runden Buttons im unteren Bereich hin und her. Wenn ein Workspace aber nicht für all die Funktionen genügt, die ihr hier haben wollt, gibt es noch Pages. Zwischen denen könnt ihr durch Wischen über die Touchoberflächen wechseln. Swipe nach links und rechts wechselt dabei die Touchbutton-Belegung, nach oben und unten die der Drehregler. Ob man das so weit in der Tiefe nutzen will oder ob einem die Organisation in Workspaces ausreicht, hängt von euch ab. Mit den Pages lässt sich aber schnell die Übersicht verlieren.

Die Software

Letzten Endes steht und fällt so ein Gerät aber mit der zugehörigen Software, da diese darüber entscheidet, was hiermit alles möglich ist.

Das Loup Deck Live wird in Software bezogenen Profilen organisiert. Zusammen mit einer relativ üppigen Auswahl an vordefinierten Profilen, primär für Programme aus dem kreativen Bereich. Speziell für Streamer gibt es aber auch schon Profile für das klassische OBS Studio und die OBS-Variante von Streamlabs. XSplit ist bisher nicht vertreten.

Innerhalb der Software gibt es eine einfache Repräsentation des Loupedecks. Links findet ihr sämtliche Aktionen, die das Gerät unterstützt, rechts eure bisherigen Einstellungen. Die Belegung des Lives erfolgt durch einfaches Drag&Drop. Dabei stehen euch jeweils programmspezifische Aktionen als auch selbst definierbare Shortcuts zur Verfügung. Ihr könnt sogar ganze Tastenfolgen und somit quasi Makros basteln.

Für Streamer gibt es in den jeweiligen Profilen besondere Funktionen für OBS Studio und StreamLabs OBS. Da es sich thematisch anbietet, werden euch hier außerdem Funktionen zur Steuerung von Spotify und Twitch angeboten.

Standardmäßig sind die Funktionen gerade bei OBS erstmal übersichtlich. Primär gibt es zunächst das Starten und Stoppen des Streams oder der Aufnahme. Umfangreicher wird es, sobald die Software euer OBS Profil ausgelesen hat. Dann habt ihr weitere Funktionen für eure Szenen und Einstellungen. So könnt ihr zwischen Szenen wechseln, einzelne Elemente, egal ob Video oder Audio aktivieren bzw. deaktivieren und zB über die Drehregler die Lautstärken anpassen. Dadurch wird hier quasi ein kleiner Mixer. Das ist aktuell aber leider nur in OBS oder für die Gesamtlautstärke unter Windows möglich. Wenn hier noch weitere virtuelle Geräte unterstützt werden, wäre das Gerät sogar mit dem GoXLR, Voicemeeter und Elgato Wave kompatibel und dabei ein echtes virtuelles Mischpult. Hoffen wir also, dass Loupedeck da am Ball bleibt.

Das allgemeine Farbschema ist allerdings vorgegeben. Das heißt, grün für Workspaces, Lila für Actions. Alle vordefinierten Actions lassen leider keine eigenen Icons zu, das geht aber immerhin bei den Custom Actions.

Praxis

In der Praxis funktioniert die Nutzung des Loupdeck Lives tadellos. Die Steuerung erfordert für mich in anderen Programmen aber eher größere Eingewöhnung, da vieles mit im Kopf gespeicherten Keyboard-Shortcuts bereits schnell von der Hand geht. Wer sich aber hier das Gerät nach seinen Wünschen und Bedürfnissen anpasst, kann dadurch definitiv seine Workflows optimieren. Auch im Streaming-Alltag funktioniert das Ganze speziell mit den OBS-Funktionen reibungslos.

Letzten Endes bleibt das Gerät aber vor allem erstmal gewöhnungsbedürftig. Bei der täglichen Nutzung ist mir dabei primär ein Nachteil bei den Touch-Buttons aufgefallen. Wollt ihr das Gerät blind Bedienen, wie es gerade im kreativen Einsatz hilfreich ist, ist es eher schwierig die richtige Touch-Taste zu erfühlen, da ihr alle Tasten, die ihr auf dem Weg berührt, höchstwahrscheinlich auslöst. Bei Steuerung mit Sichtkontakt ist das dagegen kein Problem.

Dennoch schöpft das Loupdeck Live sein Potenzial aus meiner Sicht bei Weitem noch nicht aus. Insbesondere Wünschenswert wäre mehr Kompatibilität mit weiteren Herstellern, wie beispielsweise TC-Helicon mit ihrem GoXLR. Das bietet zB mehr Kanäle zum Abmischen als es selbst Fader hat. Weitere dieser Geräte mit dem Loupdeck abmischen zu können, wäre ein deutlicher Mehrwert. Aber Loupdeck verspricht permanente Weiterentwicklung und möchte dabei auch das Feedback der Community einbauen. Insofern bleibt es spannend.

Damit aber noch zum wohl größten Wermutstropfen, der mich ein wenig enttäuscht hat. Aktuell könnt ihr hier alle verfügbaren Profile nach belieben nutzen. Ab 2021 bzw. nach Ablauf eurer Probezeit, könnt ihr euch für nur zwei Kreativ-Plugins entscheiden, die ihr dauerhaft kostenlos nutzen könnt. Sämtliche Streaming-bezogenen Funktionen sind immerhin direkt im Preis enthalten. Wollt ihr mehr als zwei weitere Programme mit dem Loupdeck steuern, müsst die Lizenz für rund 30 Euro erwerben oder ein monatliches Abo für knapp 2 Euro abschließen. Für mich leider ein No Go, auch wenn die meisten wohl mit zwei Plugins hinkommen werden.

Kleiner Vergleich

Ziehen wir vor dem Fazit noch einen kleinen Vergleich zu den Stream Decks. Beide haben grundlegend das gleiche Ziel. Eine einfache Steuerung eures Streams ohne auf unzählige Tastenkürzel und ähnliche Krücken angewiesen zu sein. Das machen beide Grundlegend hervorragend. Das Loupdeck wirkt dabei abseits der kleinen Halterung hochwertiger Verarbeitet und bietet besonders durch die Drehregler weiteres Potenzial. Außerdem fühlt sich eine feste Touchfläche nicht so schwammig an, wie die Knöpfe der Stream Decks. Dafür lassen sich diese widerum mühelos Blind bedienen, da ihr die richtige Taste jeder Zeit erfühlen könnt. Zudem hat Elgato noch zwei entscheidende Vorteile. Dadurch, dass sie mit den Stream Decks schon eine Weile am Markt sind, ist die Software und die Unterstützung vieler Programme schon sehr weit ausgebaut. Zudem wirkt die Software insgesamt intuitiver. Außerdem bietet Elgato gerade für Streamer ein mittlerweile extrem umfangreiches Ökosystem mit allem, was das Streamerherz begehrt. Entsprechend gut ist hier die Integration. Dafür punktet Loupedeck wiederum mit dem breiteren Support für Kreativ-Software.

Fazit

Kommen wir damit zum Fazit. Das Loupdeck Live ist ein hervorragender Helfer nicht nur aber besonders im Streaming Alltag. Die Integration ist Anständig, aber definitiv noch ausbaufähig. Wir dürfen gespannt sein, was da noch kommt. Trotzdem ist die Touch-Bedienung etwas völlig anderes als die physischen Knöpfe eines Stream Decks. Was man bevorzugt, ist da sicherlich Geschmackssache. Zumindest die Regler bieten noch einiges an Potenzial. Dafür gibt es, wie einige vielleicht bereits vermutet haben, noch einen ganz anderen Wehrmutstropfen. Den Preis. Das Loupdeck geht mit einem Preis von knapp 250 Euro an den Start. Das mittlere Stream Deck¹ mit 15 Tasten liegt dagegen bei verhältnismäßig günstigen 150 Euro und auch das XL mit 32 Tasten¹ und einem Preis von 225 Euro bleibt dagegen eine echte Alternative.

Loupedeck Live – Die flexible Konsole für Live Streaming, Foto- und Video-Bearbeitung mit frei belegbaren Buttons, Reglern und LED-Touchscreen¹
  • NATIVE INTEGRATIONEN: OBS Studio, Streamlabs OBS, Twitch, Spotify, Adobe Lightroom Classic, Photoshop CC mit Camera Raw, Premiere Pro CC, After Effects, Illustrator, Audition und Final Cut Pro X - alle kommen mit vorgefertigten Profilen, um den Einstieg zu erleichtern!
  • VERWENDBAR MIT JEDER SOFTWARE: Erstelle Custom Profiles für jede Software mit Hilfe von Tastaturkürzeln und Makros. Weise allen Knöpfen und Reglern Deine eigenen Aktionen zu!
  • VIELSEITIGE KONFIGURATIONSSOFTWARE: Erstelle unbegrenzt Profile und Seiten für Touch Buttons und Drehregler, weise Aktionen nach Belieben zu und organisiere sie in Workspaces. Erweitere die Funktionalität mit Custom Actions - erstelle komplexe Makros, kombiniere Aktionen und lade deine eigenen Icons hoch.
  • PREMIUM VERARBEITUNG: Loupedeck Live verfügt über ein kompaktes Aluminiumgehäuse mit haptisch analogen Drehreglern, anpassbaren Tasten, LED-Hintergrundbeleuchtung und mehr. Die Regler des Loupedecks geben Dir haptisches Feedback für punktgenaue Anpassungen.
  • BETRIEBSSYSTEM-KONTROLLE: Zugriff auf Betriebssystem-Funktionen während des Live-Streamings oder Editierens - steuere Spotify, reguliere Lautstärke, Bildschirmhelligkeit, starte Anwendungen auf Knopfdruck und vieles mehr!

Letzte Aktualisierung am 23.11.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Obli
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Leidenschaftlicher Technikfreak mit einem Hang zu allem, was irgendwie multimedial ist.