Allzweckwerkzeug nicht nur für Streamer – Elgato Stream Deck

Mit dem Stream Deck hat Elgato ein Werkzeug rausgebracht, das insbesondere Streamern den Alltag erheblich erleichtern soll. Über dieses Gerät soll euch ein ganz neues Level an Nutzerfreundlichkeit und Effizienz offenbart werden. Was das Gerät aber letzten Endes wirklich alles kann, insbesondere auch über nützliche Streamapplikationen hinaus, und wie man es richtig einrichtet, das erfahrt ihr wie immer hier.

Zuvor möchte ich mich aber noch bei dem guten Katastrophenmann bedanken, der mir das Gerät bereitgestellt hat. Schaut mal bei ihm vorbei!

Lieferumfang und Verarbeitung

Der Lieferumfang des Stream Decks ist recht übersichtlich. Neben dem eigentlichen Gerät und einem Quickstart-Guide, gibt es noch eine Halterung und das war’s. Auf dem ersten Blick handelt es sich hier um eine kleine Zusatztastatur mit 15 Tasten. Was das StreamDeck allerdings so mächtig macht, sehen wir später, wenn wir uns die Software näher anschauen.  Die Tasten fühlen sich dabei gummiartig an und haben einen weichen, kaum definierbaren Druckpunkt. Das heißt in der Praxis kann es anfangs passieren, dass man die Taste nicht oder gleich zweimal auslöst. An das richtige Handling gewöhnt man sich jedoch recht schnell. Was diese Tastatur aber eigentlich so besonders macht, ist dass sich auf der Rückseite jeder Taste ein kleiner LCD-Bildschirm befindet, dessen angezeigte Bilder beliebig gestaltet werden können. Auch dazu später mehr. Damit ihr nicht so schnell die Orientierung im Blindflug verliert, hat die mittlere Taste eine leichte Erhöhung, damit ihr auch ohne Hinzusehen eure Position bestimmen könnt.

Das gesamte Gerät besteht aus Plastik, fühlt sich aber keineswegs billig an. Auf der anderen Seite ist das Material ein Fettfingermagnet und zieht Fingerabdrücke nur so an. Auf der Unterseite des Stream Decks und der beigelegten Halterung befinden sich kleine Gummifüßchen. Die sorgen auch bei wilden Druckereien für einen sicheren Stand. Stichwort Halterung:

Wenn die Übersicht verloren geht oder die Tastatur prominenter und besser erreichbar platziert werden soll, hilft die mitgelieferte Halterung. Hier könnt ihr euer Stream Deck draufstellen und flexibel in verschiedenen Stufen für eine möglichst bequeme Nutzung neigen. Die Halterung selbst fühlt sich dabei allerdings leider nicht so wertig an wie das Stream Deck selbst. Auch dass es nur lose draufgestellt wird und nicht fest in der Halterung sitzt, empfinde ich persönlich als suboptimal, ist aber zu verschmerzen.

Angeschlossen wird das Gerät über USB 2.0. Das Kabel ist rund einen Meter lang und fest an der Rückseite verbaut. Wird also mehr Kabel benötigt, muss auf eine USB-Verlängerung zurückgegriffen werden.

Ersteinrichtung und Bedienung

Kommen wir zur Ersteinrichtung. Nachdem wir unser Stream Deck erstmalig an den PC angeschlossen haben, müssen wir natürlich den Treiber und die Software von der Elgato-Seite installieren. Ist das erledigt, erfolgt die Hauptarbeit in der Elgato-Software. Schauen wir uns zuerst die allgemeinen Einstellungen an. Im allgemeinen Teil könnt ihr hauptsächlich die Helligkeit regeln. Sämtliche Änderungen werden dabei Live an das Gerät gesendet. Ansonsten lässt sich an dieser Stelle nur noch die Update-Suche anstoßen. Unter Accounts könnt ihr alle Zugänge verwalten, auf die die Software zugreifen soll. Beispielsweise euren Twitch- oder Twitter-Kanal, um entsprechende Features zu nutzen. Zu guter Letzt lässt sich unter Layout die aktuelle Belegung zurücksetzen, exportieren oder eine zuvor angefertigte wieder importieren. Dadurch bietet sich auch explizit die Möglichkeit Layouts mit anderen Nutzern auszutauschen, was natürlich ebenfalls ausgesprochen praktisch ist.

Auch der Hauptteil der Software ist recht aufgeräumt und übersichtlich. Auf der linken Seite habt ihr eine Vorschau für die aktuelle Belegung eures Stream Decks. Auf der rechten befindet sich eine Liste mit vordefinierten Aktionen, die unter anderem den Stream-Alltag erleichtern. Die Belegung der Tasten erfolgt dann durch simples Drag&Drop. In der Funktionsliste wählt ihr aus, was bei Tastendruck passieren soll, zieht den Eintrag auf eine freie Fläche und stellt die Details ein. Besonders nett: Neben einem Icon könnt ihr auch einen Titel eingeben, der auf der jeweiligen Taste erscheint. Alle Änderungen in der Software werden dabei in Echtzeit auf das Gerät übertragen. Somit habt ihr quasi eine Live-Vorschau.

 

Neben OBS wird auch die Game Capture-Software der hauseigenen Capture-Karten unterstützt, eben so wie TipeeeStream. Zusätzlich gibt es noch Twitter und Twitch für die SocialMedia-Steuerung. Darüber hinaus könnt ihr noch Multimedia-Tasten für Lautstärke und sonstige Playersteuerung erstellen, Webseiten im Browser aufrufen lassen und Programme starten. Um auch andere Programme wie Photoshop, Premiere oder Vegas relativ einfach mit dem StreamDeck zu bedienen, könnt ihr auf die Knöpfe auch Tastenkombinationen speichern so wie einen Shortcut-Switch. Dieser speichert zwei Shortcuts. Der erste wird beim ersten Drücken ausgeführt, der zweite beim zweiten Mal. Praktisches Beispiel dafür wäre Strg-c, Strg-v.

Wer jetzt befürchtet, dass 15 belegbare Tasten zu knapp bemessen sind, den kann ich beruhigen. Durch eine Ordnerstruktur mit zwei Ebenen könnt ihr insgesamt bis zu 210 Funktionen auf eurem StreamDeck verteilen. Das, was ihr bisher gesehen habt, ist die Hauptebene des StreamDecks. Ihr könnt aber durch einen Rechtsklick auf eine freie Taste oder aber indem ihr eine Funktion auf eine belegte Taste zieht, einen Ordner erstellen, den ihr durch drücken der jeweiligen Taste öffnen könnt. Abzüglich einer Navigationstaste um wieder zurückzukommen, bleiben hier also 14 Tasten pro Ordner, die ihr frei belegen könnt.

Bevor wir zum Abschluss kommen, noch eine kleine Anregung für die kreativen Bastler unter euch. Der Pfad der Launch-Funktion muss nicht zwingend auf ein Programm verweisen. Stattdessen funktionieren auch Dateien, die mit dem verknüpften Programm geöffnet werden. So könnt ihr beispielsweise auch auf Skripte oder Programme verweisen, die noch komplexere Funktionen übernehmen können.

Wie das Ganze in der Praxis funktioniert, könnt ihr im oben verlinkten Video sehen.

Fazit

Mit dieser kleinen Tastatur hat Elgato ein Werkzeug geschaffen, das nicht nur für Streamer geignet ist. Dank der einfachen Software, dürfte jeder relativ schnell seinen Alltag vereinfachen können. Durch die LCD-Tasten sieht das ganze auch noch schick aus. Über die erwähnten Mengel konnte ich in der alltäglichen Praxis ehrlich gesagt hinwegsehen und wären höchstens eine Anregung für V2. Insgesamt ist es eine praktische Ergänzung auf jedem Schreibtisch. Wer dafür Verwendung findet, kann also bedenkenlos zugreifen.

Hier geht’s zum Stream Deck: http://amzn.to/2uEMRkN