Lenovo Legion Y740 15 Zoll im Test – Mobiler Gaming-Laptop mit ordentlich Power – i7 9. Gen

Lenovo ist den meisten sicherlich durch ihre Thinkpads bekannt. Mit der Legion-Reihe haben sie sich zudem mittlerweile einen Namen im Gaming-Laptop-Segment gemacht. Das Y740 ist dabei das Spitzenmodell¹, das aktuell in 15 und 17 Zoll und verschiedenen Konfigurationen erhältlich ist. Ich habe mir mal die 15-Zoll Variante näher angesehen. Was die so alles zu bieten hat, das erfahrt ihr wie immer hier.

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Vielen Dank dabei an Lenovo, die mir das gute Stück für den Zeitraum dieses Tests bereitgestellt.

Äußerlichkeiten & Verarbeitungsqualität

Das Y740 kommt in für Gaming-Hardware überraschend schlichter Optik daher, hat dank vollumfänglicher RGB-Beleuchtung aber auch in diesem Bereich gewisse Qualitäten. Von seinen Ausmaßen her gehört es eher zu den kompakten 15-Zöllern. Mit seinem Gewicht von rund 2,2 kg und seinem doch etwas groß geratenen Brocken an Netzteil, das auch nochmal gut 800 Gramm dabeisteuert, ist es aber vielleicht nicht unbedingt der Ideale Begleiter im Uni- oder Schulalltag. Nicht zuletzt auch wegen der für Gaming-Laptops typischen eher mäßigen Akkulaufzeit. Aber dazu später mehr.

Trotzdem ist es dank Größe und noch passablem Gewicht praktisch für alle, die eine ordentliche Leistung an verschiedenen Orten brauchen, ohne einen kompletten PC mitnehmen zu wollen.

Das gesamte Gerät fühlt sich angenehm Wertig an. Besonders durch den Einsatz von Aluminium auf den Oberseiten, sowohl am Deckel als auch der Tastatur. Lediglich Rück und Unterseite sind aus Kunststoff, tun dem allgemeinen Look&Feel aber keinen Abbruch. Gerade was die Wirkung des Laptops angeht, macht die RGB-Beleuchtung einen großen Unterschied. Es gibt eine LED auf dem Deckel im Logo versteckt, volle Beleuchtung in den Lüftern, so wie bei der Tastatur. Mit wildem Regenbogenlook bekommt ihr hier die typische Gaming-Ästhetik. Wer es lieber schlicht mag, kann gezielt Teile der Beleuchtung deaktivieren und zum Beispiel nur eine einfache Tastaturbeleuchtung übrig lassen. So wirkt es fast wie ein seriöses Business-Gerät.

Die Anschlüsse

Besonders nett finde ich dabei das Anschluss-Konzept. Rechts befindet sich lediglich ein USB-A Anschluss nach aktuellem 3.1 Standard der ersten Generation. Links dagegen ein USB-C-Anschluss mit USB 3.1 der 2. Generation inklusive Thunderbolt 3 so wie ein üblicher Kombiklinkenanschluss für Headsets.

Alle anderen Anschlüsse befinden sich, wie für viele Laptops aus meiner Sicht leider eher unüblich, auf der Rückseite. Hier befinden sich der Stromanschluss, zwei USB-Anschlüsse, davon einer der 1. und einer der 2. USB 3.1 Generation, ein Netzwerkbuchse, ein HDMI- so wie ein Mini-Displayport-Anschluss. Ziemlich umfangreich und gerade das finde ich positiv. Außerdem recht schick gelöst: Zwischen Display und Rückseite sind rund 1,5 cm Platz. Obendrauf befindet sich eine beleuchtete Beschriftung der Ports, so dass ihr alle auch aus der Vogelperspektive treffsicher Anschließen könnt.

Mit dieser Anschlussverteilung habt ihr auch bei Vollbelegung der Anschlüsse den Platz für die Maus frei, was ich wirklich hervorragend finde. Zudem lassen sich dank Thunderbolt und die übrigen Anschlüsse gleich 3 Bildschirme parallel betreiben. Das erlaubt auch ungewöhnlichere Setups, bei denen die meisten anderen Laptops bereits aussteigen.

Das einzige, was mir hier persönlich fehlt, ist leider ein SD-Kartenleser. Gerade für Kreative, die ein schlichtes aber kraftvolles Arbeitstier suchen, sehr schade.

Die übrigen Äußerlichkeiten

Schauen wir uns mal die übrigen Äußerlichkeiten an. Das Touchpad eher zweckerfüllend und nicht allzu groß, aber präzise. Zum Klicken gibt es unten zwei dedizierte Buttons, die sich angenehm sanft und leise Klicken, dabei aber einen gut spürbaren Druckpunkt.

Die Tastatur erforderte erst ein wenig Eingewöhnung. Durch eine Reihe Zusatz- und Makrotasten auf der linken Seite ist die übrige Tastatur nicht mittig zentriert, wodurch zunächst die Treffsicherheit gelitten hat. Insbesondere im Affekt habe ich dabei nicht nur einmal statt Escape zu drücken, Lenovo Vantage gestartet. Abgesehen davon ist das Tippgefühl ein wenig schwammig und dürfte gern präziser sein. Der relativ kurze Hub gefällt dagegen gut.

Der Bildschirm ist in einen extrem Dünnen Rahmen eingefasst, mit etwas mehr Platz nach unten hin, was ihn auf eine angenehme Arbeitshöhe bringt. Die Webcam-Position direkt darunter sorgt für einen nicht unbedingt optimalen Aufnahmewinkel, ist aber auch eher Behelf, genau so wie das integrierte Mikrofon.

Displaymäßig habt ihr übrigens die Wahl. Ein einfaches mattes FullHD-Display mit 144 Hz, Dolby Vision und einer anständigen Helligkeit mit bis zu 300 Nits. Oder aber eine ebenfalls matte FullHD Variante mit 144 Hz und bis zu 500 Nits, die damit auch die einfachste HDR-Form HDR400 unterstützt. Diese kommt auch in meinem Testgerät zum Einsatz. Größerer Vorteil: Eine enorme Helligkeit. So lässt sich auch noch recht gemütlich im freien auch bei sonnigen Tagen arbeiten oder daddeln. FullHD geht bei dieser Größe absolut in Ordnung, so dass man hier definitiv besser von mehr Frames als einer höheren Auflösung profitiert.

Abgesehen davon liefert das Display sehr gute Farben und einen hohen Kontrast. Durch die hohe Farbtreue ist es dabei insbesondere auch für Kreative aus dem Foto- und Videobereich spannend. Einzig der Schwarzwert leidet etwas bei den höheren Helligkeitsstufen. Das ist wie üblich der Hintergrundbeleuchtung geschuldet. Bei beide Displayvarianten handelt es sich um blickwinkelstabile IPS-Panels. Dank G-Sync gehört zudem Tearing der Vergangenheit an und das ganz ohne Performance-Einbußen.

Soundmäßig klingen die verbauten Boxen recht voll und angenehm.

Die inneren Werte

Kommen wir damit zu den inneren Werten. Das Y740 gibt es in unterschiedlichen Ausstattungsvarianten. Fest steht der potente Core i7 Prozessor aus Intels 9. Generation, der mit seinen 6 Kernen ordentlich Power für aktuelle Spiele bietet, gepaart mit 16 GB DDR4-RAM. Wenn gleich er durch die nun anstehende 10. Generation und AMDs Renoir-Prozessoren ausgebootet wird, hat er auch heute noch genug Leistungsreserven.

Die Wahl habt ihr im Bezug auf die Grafikkarte. Drei Optionen stehen euch zur Auswahl. Eine RTX2060 mit 6 GB Speicher, oder aber eine 2070 oder 2080 mit je 8 GB im stromsparenden Max-Q-Design. Wir testen hier gleich mal die Leistung der 2070.

An Speicher gibt es verschiedene Kombinationen aus NVMe-SSD und HDD, wobei mein Modell mit 128GB SSD-Speicher und 1TB-Festplatte daherkommt, dazu gibt es eine Intel Killer WLAN-Karte mit AC-Standard und Bluetooth 5.0.

SSD, Festplatte. Arbeitsspeicher und WLAN-Modul lassen sich hier problemlos aufrüsten.

Die Leistung

Kommen wir damit zum spannenden Teil: Wie sieht denn die Gaming-Performance aus? Wie von der Hardware-Kombi zu erwarten, laufen hier alle aktuellen Titel in nativer FullHD-Auflösung butterweich. Ein paar Werte habe ich dabei mal für euch zusammengetragen. Da muss man keinerlei Einschränkungen in Kauf nehmen, auch wenn die 2070 als Max-Q-Variante zu Gunsten der Abwärme etwas niedriger taktet als eine normale 2070 Mobile.

Um die Leistung und vor allem auch die beiden anderen Alternativen mit 2060 und 2080 Max-Q in Relation zu setzen, hier noch ein Meta-Benchmark. Ich hoffe, damit könnt ihr besser Abschätzen, welche Variante für euch am besten geeignet ist.

Insgesamt ist die Leistung aber nicht nur für Gamer zu gebrauchen. Auch produktives und kreatives Arbeiten sind hier absolut kein Problem. Egal ob Basteleien mit AutoCAD, Photoshop extrem oder Videoschnitt sind absolut kein Problem. Geht ihr hier noch weiter, würde sich jedoch ein RAM-Upgrade lohnen. Für aktuelle Spiele und die meisten Aufgaben sind 16GB aktuell aber mehr als genug.

All die Power will natürlich auch gekühlt werden. Und dazu dreht der Lüfter deutlich hörbar auf. Im Spiel kommt das Gerät so auf deutlich hörbare 40-42 dB. Das habe ich euch mal hier eingefangen. Immerhin bekommt man davon mit einem guten Headset nicht mehr allzu viel mit.

Trotzdem erscheinen mir die Lüfter teils etwas nervös. Normalerweise hört ihr im Alltagsbetrieb beim Arbeiten und Surfen höchstens das leise Schnurren der Festplatte. Bei Updates und mittlerer Last, schnellt die Drehzahl des Lüfters dann aber merklich in die Höhe, bevor er sich nach einer Weile wieder beruhigt. Dagegen kann man in das Silent-Profil wechseln. Trotzdem hätte ich mir auch im Normalprofil eine etwas moderatere Kurve gewünscht.

Auf der anderen Seite bringt dieses Kühlsystem aber auch einen für mich sehr praktischen Vorteil mit sich. Die gesamte Abwärme wird sauber nach hinten ausgeleitet und nicht wie bei vielen anderen Geräten zusätzlich durch den Bereich unter dem Display. Damit ist es ohne Probleme möglich, auch im Closed-Lid-Betrieb, also mit geschlossenem Deckel zu daddeln und das Gerät zu fordern. Dabei halten die Temperaturen sich im gleichen Rahmen wie im offenen Betrieb. Das ist für all jene praktisch, die das Gerät auch als Desktop-Ersatz und eben als mobiles Gerät nutzen möchten.

Akku

Thema Mobilität. Das Gewicht ist wie bereits erwähnt nicht ganz ohne, geht für die verbaute Hardware aber absolut in Ordnung. Unterwegs kommt es daneben aber auch oft auf den Akku an. Und hier muss man mit zweierlei Maß messen. Standardmäßig bringt es das Gerät beim normalen Surfen und Arbeiten gerade mal auf 3 Stunden. Das liegt daran, dass G-Sync nicht in Kombination mit einer stromsparenden Intelgrafikkarte funktioniert. Als Alternative könnt ihr jedoch in der Software Lenovo Vantage den so genannten Hybrid-Mode aktivieren. Ist dieser aktiviert, geht zwar G-Sync verloren, aber das System kann mit Nvidia Optimus frei zwischen der Nvidia und der Intelkarte je nach Leistungsbedarf wechseln. Einziger Nachteil: Zum Umschalten des Hybrid-Mode ist ein Neustart erforderlich. Immerhin: In diesem Modus kommt ihr dank integrieter Grafikeinheit auf 4 – 5 Stunden Laufzeit. Wollt ihr Daddeln ist wie üblich nach weniger als einer Stunde Feierabend.

Fazit

Kommen wir damit zum Fazit. Lenovos Y740 gehört definitiv zu den Premium-Geräten im Gaming-Bereich und bietet sich dank schlichter Optik und gutem Display auch wunderbar für kreatives und seriöses Arbeiten an. Mit genug Power für alle aktuellen Spiele gibt es hier ausgezeichnetes recht mobiles Gaming-Gerät, dass dank guter Kühlung im geschlossenen Zustand auch als platzsparender Desktop-Ersatz genutzt werden kann. Je nach Ausstattung und Angebot geht es bei rund 1600 Euro los und endet bei 2300 Euro in der Maximalausstattung mit 2080.

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Obli
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