Tipp: PC-Headset an ein Mischpult oder Audiointerface anschließen

Wie kann man eigentlich ein PC-Headset an ein Mischpult oder Audiointerface anschließen? Diese Frage wurde mir jetzt schon häufiger gestellt. Ein Setup, bei dem der ein oder andere sicher die Augenbraue heben mag. Allerdings gibt es durchaus Situationen, in denen es Sinn macht.

Der Vorteil liegt eigentlich auf der Hand. Wenn ich die Möglichkeit habe, mein Standardheadset an eines der Geräte anzuschließen, habe ich einen hochwertigeren Vorverstärker als viele Soundkarten bieten zur Verfügung. Obendrein stehen mir sämtliche Features der Geräte zur Verfügung. Das heißt konkret, ich kann integrierte Effekte, Equalizer, Kompressoren und was mein Gerät sonst noch bietet, live anwenden. Damit kann ich mir entweder einen Schritt in der Nachbearbeitung sparen oder eben die klanglichen Vorteile in einem Live-Stream ausspielen. Gerade bei Podcasts hat man die Möglichkeit unkompliziert mehrere Mikrofone bzw. Headsets an einem Gerät getrennt zu regeln und aufzunehmen.

Eine kurze Erklärung wie es funktioniert, findet ihr hier im Video:

 

Ganz so einfach gestaltet es sich allerdings leider nicht. Wenn man nicht gerade ein Ausnahmegerät wie eines der neuen Yamaha AG-Serie besitzt, findet man selten einen 3,5mm-Klinkeneingang an den gängigen Mischpulten und Interfaces, der die benötigten 5V Phantomspeisung liefert. Bevor jetzt jemand auf die Idee kommt, einen Adapter von XLR auf Female-Klinke oder von 3,5mm- auf 6,3mm-Klinke zu bestellen, um einen der vorhandenen Anschlüsse zu verwenden, kann ich euch direkt enttäuschen. Die Line- und Instrumenteneingänge bieten gar keine Phantomspeisung an. Und die XLR-Adapter können die Phantomspeisung nicht umwandeln und weitergeben.

Phantomspeiseadapter the t.bone PPA200 mit Wechselsteckern

Phantomspeiseadapter the t.bone PPA200 mit Wechselsteckern

Deshalb benötigt man zu diesem Zweck einen so genannten Speiseadapter. Ich habe dafür den The T.Bone PPA200 von Thomann geholt. Dabei handelt es sich um einen Speiseadapter mit verschiedenen Aufsätzen. Eigentlich ist er dafür gedacht, Mikrofone mit Sennheiser EW-, Shure TQG-, AKG TQG- oder the t.bone TQG-Stecker, die man im Regelfall mit Funksystemen der entsprechenden Hersteller betreibt, direkt an einem Mixer bzw. Audiointerface anzuschließen. Praktischerweise funktionieren diese wie unser Headset-Mikrofon mit 5V Phantomspeisung. Zudem handelt es sich bei dem Sennheiser EW-Stecker um eine 3,5mm Klinke mit gleicher Belegung wie unser Mikrofon, die sich lediglich darin unterscheidet, dass entsprechende Stecker mittels Schraubverschluss gesichert werden können.

Schließen wir also nun unser Headset mittels the t.bone PPA200 und Sennheiser EW-Adapter an einen XLR-Anschluss an, muss lediglich noch die 48v Phantomspeisung aktiviert werden. Danach können die Effekte justiert und der Mix abgestimmt werden und es kann losgelegt werden.

Auf diesem Weg könnt ihr dann je nachdem wie viele XLR-Anschlüsse samt Phantomspeisung zur Verfügung habt, beliebig viele Headsets gleichzeitig angeschlossen werden.

Der einzige Haken? Obwohl es die Thomann Hausmarke ist und es sich entsprechend um einen der günstigeren Speiseadapter handelt, kostet er aktuell immer noch stolze 45 Euro. Im Vergleich zum Markenadapter von Sennheiser immer noch günstig, denn dieser liegt bei knapp 150 Euro. Er liefert zwar noch drei zusätzliche Features (Peak-LED, Pad-Schalter und Lowcut), abgesehen davon gibt es laut Aussage eines Thomann-Mitarbeiters keinen hörbaren Unterschied.

Die beiden Speiseadapter findet ihr hier:

UPDATE:

Leider ist der t.bone PPA200-Adapter nicht mehr bei Thomann zu haben. Allerdings gibt es noch eine weitere kostengünstige Alternative. Eine Kombination aus einem Speiseadapter für den TQG-Anschluss samt Adapter-Kabel auf Klinke:

Alternativ bietet ein englischer Shop noch einen Speiseadapter speziell für Elektret-Mikrofone:

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  1. Sebastian 1. September 2016
    • Obli 1. September 2016
      • Sebastian 1. September 2016
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  2. Thos-berlin 24. September 2016