Das Rode Broadcaster angeschaut – lohnt sich der Aufpreis zum Rode NT1a?

Knapp 15 Jahre hat es mittlerweile auf dem Buckel. Das Rode Broadcaster. Ein Großmembrankondensatormikrofon mit etwas anderer Bauform.

2001 kam das Rode Broadcaster auf den Markt und richtet sich seitdem, wie der Name erahnen lässt, an den Broadcast- bzw. Sprecherbereich. Ähnlich wie beim dynamischen Procaster wird das Broadcaster von oben besprochen. Diese Bauform macht es gerade für viele Sprecherszenarien praktisch, da es so weniger aufdringlich im Sichtfeld umherschwirrt als andere Mikrofone. Doch was hat es sonst noch zu bieten?

Eigenschaften & Besonderheiten

Mit seiner 1-Zoll goldbedampften Membran wurde dieses Mikrofon besonders für Sprache optimiert. Somit ist der Klang bei weitem nicht linear. Stattdessen verleiht es der Stimme mehr Fülle durch eine Anhebung Bereich von 100 Hz – 250 Hz, um den Nahbesprechungseffekt noch weiter zu betonen. Außerdem sorgt es für mehr Klarheit und Präsenz durch eine Anhebung von 1,5 kHz – 3 kHz und ca. 4 kHz – 18 kHz, so dass keine allzu intensive Bearbeitung des Sounds mehr nötig sein soll.

Wie auch beim dynamischen Procaster verbaut Rode im Mikrofonkorb einen Popfilter zur Vermeidung von Plosivlauten. Für geübte Sprecher dürfte das reichen, wer allerdings auf wenige Zentimeter an das Mikro herangehen möchte, sollte sich eventuell überlegen, einen passenden Windschutz zu holen. Damit ist man auf der sicheren Seite. Ebenso viele andere Großmembrankondensatormikrofone besitzt auch dieses Mikrofon eine Nierencharakteristik. Bauform bedingt schirmt es allerdings einen Tick besser gegen Geräusche von der Rückseite ab.

Darüber hinaus bietet das Broadcaster noch einen Low-Cut-Schalter, der ebenfalls für Sprache optimiert ist. Dieser senkt den Bereich unter 75 Hz sanft um rund 6 dB pro Oktave ab.

Eine wirkliche Besonderheit ist die LED, die sich auf der Oberseite des Mikrofons befindet. Wenn ihr es mit dem herkömmlichen XLR-Anschluss betreibt, ist sie lediglich ein Indikator dafür, dass das Gerät mit der benötigten Phantomspeisung versorgt ist. Allerdings legt Rode noch einen 5-poligen XLR-Anschluss bei. Gegen diesen könnt ihr den Originalanschluss des Mikrofons austauschen. Über die beiden zusätzlichen Leitungen kann die LED nun unabhängig von der Phantomspeisung geschaltet werden.

Im professionellen Umfeld kann so beispielsweise die Regie im Radiosender durch einfachen Knopfdruck auf der Konsole dem Sprecher über die LED anzeigen, dass sein Mikro live-geschaltet ist.

Standardmäßig wird das Mikro mit einer Plastikhalterung ausgeliefert. Da es allerdings auch über das Rode-Standardgewinde verfügt, passt es in jede erhältliche Rode-Spinne.

Fazit

Das Rode Broadcaster ist ein sehr wohlklingendes Mikrofon. Mit einem Preis, der teilweise zwischen 320 Euro und 370 Euro schwankt, ist es nur auch nicht unbedingt ein Schnäppchen. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass das Rode NT1a zwar eine andere Mikrofonkapsel, aber einen sehr ähnlichen Frequenzgang aufweist und dabei fast die Hälfte kostet. Dafür hat es eine ausgeprägtere Verstärkung in den Höhen. Wenn also der Formfaktor, Low-Cut-Schalter oder LED nicht überlebenswichtig sind, kann man fast genau so gut zum NT1a greifen. Aber entscheidet selbst. Im obigen Video könnt ihr am Ende einen direkten Vergleich zwischen den beiden Mikros hören.

Die Mikros findet ihr wie immer hier:

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