Lioncast LK200 im Test – Platzsparende Gamertastatur mit Lichtorgel

Heute habe ich ein Stück Hardware für euch, das vor allem für die platzsparenden Gamer unter euch interessant ist, die trotzdem einen hohen Anspruch an ihr Eingabegerät stellen. Und zwar geht es dieses mal um die neue Gaming-Tastatur LK200 RGB von Lioncast. Diese wurde mir freundlicherweise von Lioncast für diesen Test zur Verfügung gestellt. Was die Tastatur alles bietet, wodurch sie sich abhebt und vieles mehr, erfahrt ihr wie immer hier.

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Erster Eindruck und Verarbeitung

Packt man die Tastatur das erste Mal aus, fallen ihre extrem kompakten Ausmaße direkt auf. Diese sind primär natürlich ihrem Tenkeyless Design geschuldet, also der Tatsache, dass auf den Nummernblock verzichtet wurde.

Neben der Tastatur gibt es nur einen kleinen Beipackzettel mit dem Hinweis, dass die Treiber zur Beleuchtungssteuerung zusammen mit der Bedienungsanleitung auf der Homepage des Herstellers zu finden sind. Also widmen wir uns direkt der Tastatur. Diese fühlt sich schon beim ersten in die Hand nehmen sehr hochwertig an. Durch die Oberseite aus gebürstetem Aluminium wird dieser Eindruck noch verstärkt. Die Unterseite hingegen besteht aus einfachem Plastik. Im Gegensatz zu vielen anderen Tastaturen liegen die Tasten etwas erhöht, da diese nicht wie häufig üblich in dem Board versenkt worden sind. Auf diese Weise ist das Licht der LEDs auch an den Seiten sehr gut sichtbar, so dass das prächtige Farbenspiel um so besser zur Geltung kommt. An die etwas höher gelegenen Tasten musste ich mich allerdings erstmal gewöhnen.

Für einen sicheren Stand sorgen vier Gumminoppen. Zwei davon direkt auf der Unterseite, so wie zwei an den ausklappbaren Elementen, über die ihr bei Bedarf den Winkel eurer Tastatur erhöhen könnt. Angeschlossen wird die Tastatur wie üblich über USB. Dazu wurde auf ein 1,6m langes, relativ dickes stoffummanteltes Kabel gesetzt, welches nicht nur schick aussieht, sondern auch auch einen sehr langlebigen Eindruck macht.

Wie erwähnt, wurde bei der LK200 RGB auf den Nummernblock verzichtet, wodurch sie es auf eine Breite von schmalen 37cm bringt. Damit eignet sie sich auch für engste Daddelplätze. Wer nicht auf den Zahlenblock verzichten kann, sollte sich die LK300 RGB ansehen. Diese bietet zum einen die ersehnten Extrazahlen so wie eine extra Reihe mit Funktionstasten, die teilweise frei programmierbar sind.

Zwar verzichtet die LK200 auf dedizierte Makro- und Funktionstasten, bietet aber eine Reihe an Funktionen durch die Doppelbelegung einiger Tasten. Diese Funktionen erreicht ihr, wie man es von Laptop-Tastaturen her kennt über eine Fn-Taste unten rechts. Zudem habt ihr Software-seitig die Möglichkeit jede Taste manuell umzubelegen oder ihnen Makros zuzuweisen. Wie das geht, schauen wir uns später in der Software an.

Die Tasten selbst machen einen durchschnittlichen Eindruck. Sie fallen weder positiv noch negativ auf. Das einzige, was ich mir hier vielleicht gewünscht hätte, wäre eine fettabweisende Beschichtung, wie man es von einigen anderen Premiumtastaturen kennt. Denn relativ schnell werden hier die Fingerabdrücke sichtbar. Und wer mag schon Specktastaturen?

Die Praxis

Wer eine hochwertige Tastatur sucht, hat natürlich gewisse Ansprüche an sein Tastenwerk. Und wie könnte es anders sein, liegt das Hauptaugenmerk bei einer guten Tastatur auf dem Tippgefühl und darauf, wie gut sie die Eingaben aufnimmt oder auch wie schnell es zu Fehleingaben kommt. Und das wollen wir uns jetzt anschauen. Aber zunächst:

Die LK200 setzt zur Annahme eurer Eingaben auf Kailh Red-Switche. Das hört sich natürlich super an, aber was heißt das? Unter der Kappe jeder Taste befindet sich ein kleiner Taster oder auch Switch genannt. Je nachdem auf welche Switches der Hersteller setzt und ob weitere Dinge wie Dämpfungsringe zum Einsatz kommen, entscheidet darüber, wie sich das Tippen auf einer Tastatur anfühlt. Bei den Switches hat sich mittlerweile ein Farbcode etabliert, der für bestimmte Eigenschaften steht, in denen sich die verschiedenen Hersteller der Taster sehr ähneln.

Wie erwähnt wird die LK200 RGB mit roten Switchen von Kailh gefertigt. Diese haben zwei wichtige Eigenschaften: Zum einen sind sie relativ leichtgängig. Benötigen also einen relativ leichten Druck, um ausgelöst zu werden. Zum anderen sind sie linear. Das bedeutet, der komplette Weg von der ersten Berührung bis die Taste völlig durckgedrückt ist, benötigt exakt den gleichen Kraftaufwand. Es gibt also nicht wie bei anderen Tasten einen spürbaren Punkt der erst überwunden werden müsste oder ein hörbares Klicken. Das sorgt dafür, dass die Tastatur für schnelle präzise Eingaben, wie es gerade beim Zocken von Vorteil ist, optimiert ist. Aber auch beim Schreiben habe ich diese Eigenschaften als durchweg angenehm empfunden. Wie es sich aber in der Praxis anfühlt ist nur schwer zu beschreiben. Entsprechend empfehle ich jedem, der die Möglichkeit hat, so eine Tastatur vorher auszuprobieren. Denn das Tippgefühl wird sehr subjektiv wahrgenommen.

Wenn ich euch einen Vergleich liefern müsste, würde ich das Gefühl am ehesten mit den guten alten Tastaturen aus den 90ern vergleichen. Ähnlich hört sich das Tippen auch an.

Das ist ein weiterer Punkt, der bei dieser Tastatur mit berücksichtigt werden sollte. Sie hat einen markanten und gut hörbaren Sound, insbesondere da auf Dämpfungsringe verzichtet wurde. Die einen finden es gut, die anderen finden es schlecht, den meisten ist es einfach egal. Zumindest für Streamer und Let’s Player könnte auch das eine Rolle bei der Kaufentscheidung spielen, da die Tastengeräusche sehr schnell in der Aufnahme landen können. Das ist natürlich nicht immer gewollt.

Die Software und das Farbenspiel

Eine weitere wichtige Eigenschaft verrät das RGB im Namen. Hierbei handelt es sich um eine Tastatur mit integrierter Lichtorgel. Jede Taste kann einzeln beleuchtet werden und das in unterschiedlichen Intensitäten. Die LEDs können dabei rund 16,8 Millionen Farben darstellen. Um das Lichtspiel euren Wünschen und Vorstellungen anzupassen, könnt ihr euch die benötigte Software von der Herstellerseite herunterladen.

Die Software selbst ist leider eine kleine Katastrophe. Sie ist zwar zweckerfüllend, dann hört es aber leider auch schon auf. Sie hat zwei Funktionen: Die Lichteinstellungen anzupassen und die Tastenbelegung zu verändern. Wird die Software gestartet, erhaltet ihr eine Vorschau der Tastatur. Durch einen Klick auf eine beliebige Taste könnt ihr dann entscheiden, wie sie belegt werden soll.

Makros müssen zuvor erstellt werden. Dabei hilft der Makro-Editor. Der nimmt jede Eingabe zeitgenau auf und bietet euch auch im Nachhinein die Möglichkeit, das Aufgenommene zu bearbeiten.

Um das Lichtspektakel anzupassen müsst ihr den Haken bei Licht setzen. Damit schaltet die Software in die Bearbeitung des Lichtspiels und die Möglichkeit Tasten Aufgaben zuzuweisen ist deaktiviert. In der Liste könnt ihr den gewünschten Lichtmodus auswählen und mit den Einstellungen darunter anpassen. Eine Vorschau in der Software gibt es hier leider nicht. Dafür müsst ihr die aktuellen Einstellungen auf die Tastatur übertragen. Wichtig ist dabei: Der Button OK überträgt die Einstellungen, beendet aber das Programm. Die Button „Anwendung“ ist kein Schreibfehler und meint auch nicht „Anwenden“ sondern eher „Anwendung schließen“. Eure gemachten Einstellungen gehen verloren und das Programm schließt sich. Ein Klick auf „Profil“ bringt den gewünschten Effekt. Das aktuelle Profil wird auf die Tastatur wird übertragen und ihr seht eure Einstellungen in Action. Hier sollte definitiv nachgebessert werden. Ähnliches findet sich auch in anderen Ecken des Programms, insofern also Vorsicht.

Die größte Anpassungsmöglichkeit verbirgt sich unter der Einstellung „Spielmodus“. Hier könnt ihr selbst jeder Taste eine von zwei Farben zuweisen, um beispielsweise die spielrelevanten Tasten hervorzuheben. Die Namen im Untermenü zeigen euch auch das Tastenkürzel mit dem ihr später auch ohne Software schnell zu euren Einstellungen gelangt. Also FN + die entsprechende Zahl.

Um euch etwas mehr Flexibilität zu bieten, kann man seine Einstellungen in insgesamt drei Profilen organisieren. Welches gerade bearbeitet wird, seht ihr hier auf der linken Seite.

Zum Glück ist man eigentlich nur bei der Ersteinrichtung auf die Software angewiesen. Danach kann man die Einstellungen bequem über die Tastatur abrufen.

Zwischen den verschiedenen Modi und Einstellungen könnt ihr aber nicht nur per Software wechseln. Zudem gibt es vordefinierte Tastenkürzel mit dem ihr durch die verschiedenen Programme schalten könnt. Ich muss zu geben, ich bin kein großer Fan von dem ganzen Beblinke. Für mich genügt es, wenn die Tastatur konstant in einer Farbe und Intensität leuchtet, damit sie gut lesbar bleibt und sich vielleicht noch gut in das restliche Setup einfügt. Aber das ist natürlich wieder absolute Geschmackssache. Was möglich ist, konntet ihr ja hier sehen.

Fazit

Mit der LK200 RGB bietet Lioncast eine hochwertige und platzsparende Gaming-Tastatur mit umfangreichen Optionen für alle, die Spaß an der individuellen optischen Ausgestaltung des Farbspektakels haben. Doch auch wer sich nicht für die kleine Lichtorgel begeistern kann, erhält mit dieser Tastatur immer noch ein sehr hochwertig verarbeitetes Eingabewerkzeug, das mit seinen leichtgängigen Tasten für die entscheidenden Millisekunden Vorsprung im Spiel sorgen kann. Wer nicht auf den Nummernblock verzichten kann erhält mit dem großen Bruder, der LK300 RGB dann quasi die vollständige Version.

Viel zu kritisieren gibt es hier nicht. Wichtig ist nur, dass die leichtgängigen Tasten eurem Geschmack entsprechend.  Nur die Software zur Einrichtung finde ich stark verbesserungswürdig. Aber immerhin: Lioncast teilte mir mit, dass die Software laufend weiterentwickelt und auf Kritik eingegangen wird. Insofern besteht Hoffnung. Ansonsten hätte ich mir noch eine fettabweisende Beschichtung für die Tasten gewünscht. Abgesehen davon kann ich sie jedem, der auf der Suche nach einer wertigen Gamer-Tastatur ist, durchaus empfehlen.

Hier geht’s zu den Tastaturen:
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