Marantz Turret – Die Wunderwaffe für Streamer im Test – Mikrofon, Kamera und Licht in einem!

Streaming ist mittlerweile zu einem wirklich beliebten Hobby geworden. Allerdings erfordert es gerade am Anfang einiges an Recherche, um die passende Hardware zu finden. Denn die Auswahl ist gefühlt endlos. Will man sich voll ausstatten, benötigt man ein Mikrofon, samt Spinne, gegebenenfalls einen Mikrofonarm und Popschutz. Damit man euch auch sieht ist auch eine ordentliche Webcam und anständige Beleuchtung nicht verkehrt. Insbesondere aber letztere. Denn ohne das passende Licht, kann die Bildqualität massiv leiden.

Nun ist Marantz vor kurzem hingegangen und hat sich gedacht: Wieso nicht einfach all das in ein einziges Gerät packen und quasi eine All-in-One-Lösung bauen, gepaart mit ein paar Features. Herausgekommen ist dabei das Marantz Turret-System¹. Was das genau ist, was es kann, das erfahrt ihr wie immer hier.

https://youtu.be/-vh2ZbEl7JM

Da sich Marantz das Ziel gesetzt hat, eine einfache Gesamtlösung entwerfen, soll natürlich wirklich alles reibungslos funktionieren. Das heißt vom Zusammenbau, über die Erstinstallation und Einrichtung bis zur späteren Nutzung. Das wollen wir in diesem Video gemeinsam versuchen. Auf Software-Seite kommt dabei wie üblich die kostenfreie Streaming-Software OBS Studio zum Einsatz. Schauen wir uns aber jetzt erstmal an, was Marantz uns alles eingepackt hat.

Lieferumfang und erster Eindruck

Entscheidet ihr euch für Marantz Rundum-sorglos-Paket, bekommt ihr einen wirklich gigantischen Karton. Darin enthalten aber überraschend wenig. Unser Turret wird in einem Stück geliefert. Ganz getreu dem Motto, je weniger man dem Nutzer überlässt, desto weniger kann auch schief gehen. Das heißt, die Ikea-Profis unter euch können ihr Werkzeug wieder beiseite legen. Dazu gibt noch einen Netzstecker für die externe Stromversorgung, ein mit einem Meter etwas kurz geratenes USB-C-Kabel, drei Filter für das Ringlicht, wobei einer bereits montiert ist, sowie die obligatorische Anleitung.

Was mich beim ersten ansehen positiv überrascht hat, ist die allgemeine Verarbeitungsqualität. Das Turret besteht zu einem großen Teil aus Metall. Vom riesigen Standfuß, über die Rohkonstruktion in der Mitte bis hin zum Mikrofonarm. Glücklicherweise machen auch die Gelenke keinen wackeligen oder knarzigen Eindruck. Auch die Knöpfe und Regler fühlen sich dem Preis entsprechend wertig an.

Features

Schauen wir uns die Features mal im Detail von oben nach unten an. Ganz oben sitzt die Webcam umringt vom LED-Licht. Die Cam selbst lässt sich in ihrer Halterung nach oben und unten Neigen, um sie optimal auf euch auszurichten. Der LED-Ring ist dabei an der Kamera befestigt und ändert damit entsprechend auch den Beleuchtungswinkel. Wollt ihr die Kamera seitlich bewegen, ist das natürlich auch kein Problem. Das geschieht allerdings nicht in der Halterung der Kamera sondern durch drehen, des kompletten oberen Segment des Turrets. Sobald die Kamera aktiv ist, erkennt ihr das an den blauen LEDs ober- und unterhalb der Kamera. Deaktiviert ihr sie, erlischen die LEDs.

In der Mitte befindet sich das Mikro fest montiert am Mikrofonarm. Mit diesem könnt ihr das Mikrofon auf der vollen Fläche frei positionieren. Durch das Gelenk in der Mitte könnt ihr das Gesamtkonstrukt so auf bis zu 70 cm ausfahren. Weniger schön: Der Arm ist starr in der Höhe, so dass sich diese leider nicht verändern lässt. Wenn ihr also mal gern vor der Webcam herumlümmelt, kommt das Mikro nicht ganz mit. Immerhin lässt sich das Mikro innerhalb seiner Aufhängung neigen, um dem Problem so ein wenig entgegen zu wirken. Insgesamt dürfte die Höhe aber für die meisten Leute passend sein. Das Mikrofon selbst ist frei schwingend in der Halterung montiert und ist so vor Erschütterungen oder direktem Kontakt durchaus geschützt. Solltet ihr den montierten Popschutz übrigens nicht benötigen, lässt er sich einfach herausnehmen. In der Mitte des Mikrofons gibt es wie auch bei der Kamera einen kleinen LED-Streifen, der leuchtet blau, sobald das Mikrofon aktiv ist und aufnehmen kann. Schaltet ihr es stumm wechselt das Licht von konstantem blau auf rot blinkend.

Ein kleines Feature versteckt sich übrigens noch an der Unterseite des Mikrofons. Falls ihr gerne etwas lauter werdet oder Instrumente aufnehmt, habt ihr hier über einen PAD-Schalter die Möglichkeit das Signal um -10 dB anzusenken.

Eine Etage weiter unten, befindet sich quasi das Kontrollzentrum. Hier habt ihr sämtliche Knöpfe und Regler des Geräts. Ganz oben könnt ihr die Helligkeit der LED einstellen. Besonders angenehm ist, dass das ganze stufenlos erfolgt. Darunter sind zwei beleuchtete Knöpfe, mit denen ihr die Kamera und das Mikrofon einzeln aktivieren bzw. deaktivieren könnt. Ist eines der Geräte aktiv, leuchtet der jeweilige Knopf in kräftigem blau auf.

Unter den Knöpfen gibt es noch zwei Regler für die Audiosteuerung des Kopfhörerausgangs. Mit dem oberen lässt sich das Mischverhältnis zwischen Mikrofon- und Windows-Sound einstellen, mit dem unteren die Gesamtlautstärke. Der  zugehörige 3,5mm Klineknausgang selbst befindet sich direkt darunter.

Der Rest versteckt sich auf der Rückseite. Hier bekommt ihr zwei USB 3.0 Buchsen, die als einfacher USB-Hub funktionieren. Darunter befindet sich der USB-C-Anschluss um das Turret mit dem PC zu verbinden. Außerdem gibt es noch einen dedizierten Stromanschluss und einen AUX-Output. Was ihr mit letzterem Anstellen könnt, dazu kommen wir gleich.

Erstinstallation

Nehmen wir unser Turrent mal in Betrieb. Schließt ihr das System das erste Mal an euren PC an, erledigt das Betriebssystem den Rest. Alles wird ohne weiteres Zutun erkannt. Das heißt, ihr findet nun in den Soundeinstellungen ein neues Wiedergabe-Gerät und Mikrofon und bei den sonstigen Geräten eine Webcam. Entsprechend einfach ist auch die Verwendung mit gängiger Software wie Skype, Discord oder OBS. Einfach Kamera- und Tonquelle auswählen und fertig. Die von Marantz versprochene einfache Handhabung zieht sich hier wirklich sauber durch das gesamte Konzept.

Audio- und Videoqualität

Das Wichtigste, was letzten Endes natürlich zählt, ist natürlich die Audio- und Videoqualität. Zunächst zum Mikrofon: Es sieht zwar etwas eigen aus, macht aber meiner Meinung nach einen wirklich anständigen Job.  Der Klang ist klar und deutlich und alles in allem eher neutral mit relativ schwachem Nahbesprechungseffekt. Einzig negativ ist mir aufgefallen, dass der Ton gelegentlich etwas anzerrt, auch wenn der Pegel eigentlich noch gar nicht übersteuert. Zudem etwas schade ist, dass abgesehen vom PAD-Schalter, die Gain-Steuerung wie bei USB-Mikrofonen in den Einstellungen eures Betriebssystems erfolgen muss. Hier hätte ich mir vielleicht einen weiteren Regler gewünscht. Wirklich klasse ist an dieser Stelle dafür der AUX-Output. So könnt ihr das Mikrosignal beispielsweise an einen externen Mixer weitergeben.

Abgesehen davon würde ich die Qualität des Mikros im typischen Bereich der 60 – 80 Euro USB-Mikrofone einordnen.

Die Kamera ist Webcam-typisch ebenfalls solide, aber auch nicht überragend. Das Bild geht zwar in Ordnung, insbesondere wenn man es wie die meisten Streamer runterskaliert und in einer Ecke des Bildes platziert. Im Vollbildmodus sieht man jedoch trotzdem, dass es etwas verwaschen ist, wie man es von den meisten Webcams kennt. Da hilft die recht kräftige Beleuchtung leider auch nicht viel weiter. Auf extra Features wie einen optischen Zoom wurde leider verzichtet.

Eine Erwähnung sind noch die drei Farbfilter für das Ringlicht wert. Der Diffusor soll das Licht einfach etwas weicher machen, der blaue Filter kälter und der Tungston-Filter wärmer. Letzten Endes klauen aber alle ordentlich Helligkeit, so dass das Licht am besten ohne Filter funktioniert. Abgesehen davon bietet die Webcam die üblichen Einstellungen unter Windows zur manuellen Aussteuerung, falls benötigt.

Zusammenfassung

Kommen wir damit zum Abschluss und fassen nochmal zusammen. Die Hardware entspricht in etwa einem rund 70 Euro USB-Mikrofon wie einem Auna Mic-900 und einer ebenfalls rund 70 Euro teuren Webcam wie der Logitech C920. Dazu gibt es aber noch einen integrierten Mirkofonarm 20 Euro für den man rund 15 Euro einplanen sollte, sowie einen Popschutz den es sonst einzeln für rund 15 Euro gibt. Nehmt dann noch eine 25 Euro LED-Videoleuchte dazu und ihr habt das Setup selbst zusammengestellt. Das heißt für rund 200 Euro.

Wieso also nochmal rund 80 Euro drauflegen? Ganz ehrlich, man bekommt hier einfach ein wirklich solides All-in-One-Paket mit ein paar netten Extra-Features. Die einfache Einrichtung und Bedienung und eine wirklich anständige Verarbeitung ergeben einfach ein wirklich durchdachtes Gesamtpaket ab. Sprich eine hervorragende Lösung fürs Streaming-, Podcasting oder auch für Videokonferenzen. Hiermit ist es ohne große Vorkenntnisse in kürzester Zeit möglich, wirklich ansehnliche Ergebnisse zu erzielen. Wer etwas möglichst simples sucht, ist hiermit definitiv gut beraten. Die Hauptkritikpunkte sind eigentlich, dass Mikrofon und Kamera nicht höhenverstellbar sind. Das Anwinkeln ist kein adäquater Ersatz. Ebenso, dass das Mikrofon gelegentlich zerren kann. Ansonsten liefert das Gerät auch für den Preis eine angemessene Qualität.

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