Huawei MateBook D 14 2020 im Test – Ultrabook mit Ryzen 5 3500U – Der perfekte Laptop für unterwegs?

Mit dem Matebook D 14 hat Huawei bereits im vergangenen Jahr ein überaus beliebtes, leistungsstarkes aber auch günstiges Notebook auf den Markt gebracht. Schon länger auf dem chinesischen Markt, ist der Nachfolger ab sofort auch in Deutschland erhältlich¹. Mit Preisen zwischen 600 und 700 Euro sucht er erneut seinen Platz. Was der so alles kann, für wen er sich lohnt und was er anders macht als sein Vorgänger, das erfahrt ihr wie immer hier.

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Allgemeines und Verarbeitung

Wer einen mobilen Laptop zum Arbeiten, für die Schule oder die Uni sucht, landet üblicherweise im Bereich der Ultrabooks. Klein, leicht, portabel und bei entsprechendem Budget auch genügend Leistung, damit das Arbeiten nicht zu träge wird. Dazu ist es wichtig, darauf zu achten, kein Gerät mit abgespecktem Einsteigerprozessor zu erwischen. Genau da kommen die AMD-Ryzen CPUs ins Spiel, die aktuell ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis liefern. Hier setzt das setzt das aktuelle Matebook D 14 auf den Ryzen 5 3500U, der mit seinen vier Kernen genügend Leistung für die meisten Aufgaben liefern kann. Schauen wir uns aber erstmal das Gerät selbst an.

Die 2020er Version des Matebook D 14 setzt auf das grundlegende Konzept und die Eigenschaften des Vorgängers, wartet dabei aber auch mit einigen Änderungen auf. Sowohl was die äußeren, als auch die inneren Werte betrifft.

Das Gerät kommt mit seinem hervorragend verarbeiteten Alu-Gehäuse daher und macht damit vom Start weg einen wirklich hochwertigen Eindruck, gerade für die Preisklasse. Dabei hat sich Huawei mit einem dezenten Schriftzug auf dem Deckel des Geräts verewigt. Als erster Unterschied zum Vorgänger fallen die nun etwas weniger stark abgerundeten Ecken sowie die ganz minimal geschrumpften Ausmaße auf. Wie der knappe Extra-Zentimeter gewonnen wurde, das schauen wir uns gleich noch näher an. Dabei hat das Matebook sogar noch ein wenig an Gewicht verloren. Gerade mal 1,38 kg bringt es auch die Wage und macht es so zu einem idealen Begleiter für unterwegs.

Klappt man es auf, fällt der recht angenehme Widerstand der Scharniere auf, der euer Display auch bei wackeligen Busfahrten noch sicher im Position hält. Allerdings auf Kosten der Bequemlichkeit. Ganz mit einer Hand kann man es nicht öffnen.

Ähnlich wie bei seinem Vorgänger gibt es eine Tastatur in Standardgröße mit im Verhältnis angenehm groß geratenen Touch-Pad. Die Tastatur geht dabei in Ordnung, gehört aber leider nicht zu den besten im Preissegment – fühlt sich das allgemeine Tippen leider doch etwas schwammig und undefiniert an. Trotzdem geht es im Alltag mit etwas Gewöhnung klar und erlaubt mühelos schnelles Tippen.

Das Touch-Pad ist wieder eines nach dem Windows Precision Touch-Pad Standard und bietet alle üblichen Gesten, die damit verbunden sind. Es reagiert wirklich präzise und taugt wunderbar zum mobilen Arbeiten. Zum Klicken lässt sich das gesamte Touch-Pad eindrücken und quittiert dies mit spürbarem Schaltpunkt. In der unteren Hälfte sehr präzise, oben ein wenig schwammiger, wobei das eher Meckern auf hohem Niveau ist.

Der eingesparte Extra-Zentimeter, der für einen noch schmaleren Displayrand an der Oberseite sorgt, wurde durch eine Verlagerung der Webcam erkauft. Diese befindet sich nun versteckt zwischen der F6 und F7-Taste und wird durch einfachen Druck ausgeklappt. Das sorgt allerdings für eine weniger ansehnliche Froschperspektive. Qualität der Webcam und der integrierten Mikrofone sind wie leider viel zu üblich so gerade eben Zweck erfüllend und wenig überragend.

Was dafür dieses mal überragend ist: Huawei hat sich dazu entschieden auch dem D 14 in der AMD-Version einen Einschalter mit integriertem Fingerabdruckscanner zu spendieren. Der fehlte bisher. Damit könnt ihr euch blitzschnell in Windows anmelden. Eine wirklich gelungene Idee.

Bild und Ton

In Sachen Bildschirm setzt das Matebook auf ein mattes FullHD-IPS Display, das recht Blickwinkelstabil ist, sich mit einer Helligkeit von rund 250-270 Nits allerdings nur im Mittelfeld bewegt. Das genügt absolut für die Nutzung in geschlossenen Räumen, an hellen Tagen im Freien erkennt man allerdings nicht mehr allzu viel. Daher ist immer genügend Schatten gefragt. Dafür spiegelt hier dank der matten Oberfläche nichts.

Qualitativ ist das Display solide. Der Kontrast geht in dem Preisbereich in Ordnung, wenn es besonders Dunkel ist, können allerdings leichte Lichthöfe sichtbar werden. Auch in Sachen farbtreue muss man leichte Abstriche machen. Während das für Surfen, Filme schauen, Office und Spiele absolut in Ordnung ist, könnte das ein Manko für alle sein, die Wert auf einen gut kalibrieten Bildschirm für präzise Fotoarbeiten legen. Trotzdem sind die Farben kräftig und dürften die wenigsten stören. Ähnlich sieht es auch bei den Lautsprechern aus, die in Ordnung gehen, aber durchaus an ihre Grenzen kommen, wenn es etwas lauter wird. Dabei fehlt es wie bei solchen Geräten dieser Preisklasse üblich an Fülle, insofern sind diese auch eher nur ein Behelf.

Die Anschlüsse

Werfen wir damit mal einen Blick auf die Anschlüsse. Diese sind recht überschaubar. Rechts gibt es einen USB-2.0 Anschluss vom alten Typ-A zusammen mit einem 3,5mm Kombiklinkenanschluss für Headsets. Links gibt es einen modernen HDMI 2.0b Ausgang, einen USB-3.1-Typ-A Anschluss der ersten Generation so wie einen USB-3.1-Typ-C-Anschluss ebenfalls der ersten Generation, der zudem zum Laden genutzt wird. Insofern praktisch, als dass ihr hier flexibel in Sachen Netzteil seid. Im Gegensatz zum Vorgänger ich es allerdings nicht geschafft, dem Anschluss ein Videosignal zu entlocken. Wenn darauf verzichtet wurde, ist das natürlich sehr schade, allerdings dank des HDMI-Ausgangs für die meisten sicher kein Weltuntergang. Schreibt mir gerne, ob ihr da ein Video-Signal rausbekommen habt. Die Meldungen diesbezüglich sehr durchwachsen. Was hier leider fehlt, ist ein SD-Karten leser. Das finde ich persönlich recht schade.

Die inneren Werte und die Leistung

Werfen wir damit einen Blick auf die inneren Werte und die Leistung. Zunächst ein paar reine Daten:

In der aktuellen Version bekommt ihr den Ryzen 5 3500U Quad-Core-Prozessor. Dieser taktet ein wenig höher als der Vorgänger, setzt aber im Gegensatz zu seinen Desktop-Kollegen noch auf die Zen+-Achitektur im 12nm Verfahren, wodurch die Effizienz hier im Vergleich zum 2500U nur minimal gestiegen ist. Schade ist aber etwas anderes. Und zwar ist auch der 3500U bereits über ein Jahr alt. Der Nachfolger 4500U mit 6 statt 4 Kernen ist bereits am Start und punktet mit merklich mehr Leistung und weit besserer Energieeffizienz. Abhängig davon, was ihr mit dem Gerät vor habt, ist das für die meisten Leute allerdings nicht ganz so dramatisch und dazu kommen wir gleich.

Dazu gibt es wieder 8 GB RAM von denen bis zu 2 GB für die integrierte Grafikeinheit reserviert werden, eine zügige 512 GB NVMe-SSD, so wie ein Realtek-Chip mit WLAN-AC und Bluetooth 4.2. Das ganze wird unterstützt durch einen 56 Wh großen Akku, der für lange Laufzeiten sorgen soll.

Insgesamt gibt es hier einen wirklich flotten Alltagsbegleiter, allerdings mit Einschränkungen. So sorgt die SSD mit Lese- und Schreibraten von 2,8 GByte/s bzw. 2,7 GByte/s für extrem schnelle Ladezeiten. Und auch 4k-Videos werden dank der Grafikeinheit mühelos flüssig wiedergegeben und macht ihn so zu einem idealen Multimedia-Partner. Allerdings dürfte insgesamt der Arbeitsspeicher eine Einschränkung für Power-User darstellen. Während Office, Surfen und Multimedia wie gesagt kein Problem sind und auch kleine Photoshoppereien absolut mühelos dank der Rechenpower von CPU und GPU befeuert werden, wird es Eng, wenn ihr mit großen Dateien hantiert. Bei hochauflösenden Fotos und im Videoschnitt wird der Arbeitsspeicher dann zum Flaschenhals. Wie erwähnt stehen euch hier im Extremfall lediglich 6GB zur Verfügung. Sobald der erschöpft ist, wird das Arbeiten so zäh, dass es leider keinen Spaß mehr macht.

Auch ist dieses Gerät keine Spielmaschine. Die integrierte Grafikeinheit Vega 8 ist zwar verhältnismäßig flott und schafft es auch einige, vor allem ältere und anspruchslosere Spiele zu beschleunigen. Für Aktuelles ist aber wieder Grafik- und Arbeitsspeicher zu knapp bemessen. Für eine Runde Fifa, Fortnite oder Counter Strike mit reduzierten Details reicht es aber so gerade noch aus.

Akkulaufzeit

Das Gerät ist also offenkundig keine Gaming-Maschine, aber durchaus ein flottes Arbeitstier für unterwegs. Dazu ist natürlich auch ein entsprechender Akku erforderlich. Und das ist erfreulicherweise eine der größten Stärken des Matebooks. Bei mittlerer Helligkeit, mit aktiviertem WLAN, leichtem Surfen, Arbeiten und Filme schauen, sind Laufzeiten von über 9 bis näherungsweise 10 Stunden drin. Das ist wirklich hervorragend. Fordert ihr die Leistung bis an die Grenzen ab, ist allerdings wenig verwunderlich schon nach rund 2 Stunden Feierabend. Trotzdem Werte, die sich wirklich sehen lassen können und das Matebook damit zu einem hervorragenden Wegbegleiter machen.

Wo wir bei der Leistung sind: All das muss natürlich auch gekühlt werden. Der kleine Lüfter steht dabei die meiste Zeit komplett still und dreht auf, wenn das Matebook etwas mehr gefordert wird. Dabei finde ich ihn angenehm unaufdringlich.

Aufrüstbarkeit

Zum Abschluss noch ein paar Worte zur Aufrüstbarkeit. Das ist leider nur sehr begrenzt möglich. Lediglich die SSD und das WLAN-Modul lassen sich hier anständig austauschen. Der Arbeitsspeicher, der leider den größten Flaschenhals darstellt, ist fest verlötet. Ein nachträgliches Aufrüsten ist hier also nicht möglich.

Fazit

Kommen wir damit zum Fazit. Das Matebook 14 D in der aktuellen Version von 2020 ist eine wunderbare Fortentwicklung des bereits sehr beliebten Vorgängers. Zwar muss man mit ein paar Einschränkungen leben, sprich keine Gaming-Maschine, kein exakt farbtreues Display und ein Arbeitsspeicher, der für die Heavy User gelegentlich etwas knapp werden kann. Dafür ist er absolut hervorragend als dauerlaufendes Arbeitstier geeignet, wenn es um Multimedia, Office, leichtes Programmieren und Surfen geht. Also kurz ein hervorragender Begleiter für den Arbeits- oder Unialltag mit einem wirklich anständigen Preisleistungsverhältnis und einer vorbildlichen Verarbeitungsqualität. Wenn ihr genau dafür ein aktuelles Ultrabook sucht, seid ihr mit dem Matebook D 14 der aktuellen Generation hervorragend beraten. Der Normalpreis liegt dabei bei rund 700 Euro je nach Angebot ist er aber bereits jetzt teils für 600 Euro zu haben. Zu dem Preis eine absolute Kaufempfehlung.

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Obli
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